Eine Hausaufgabe für die ganze Region

Klare Botschaft an die Region: "Das schafft die Gemeinde Laboe nicht allein", betonte der Heikendorfer Bürgermeister Alexander Orth.

Laboe. Die Laboer Jenner-Arp-Sporthalle war am Donnerstagabend gut gefüllt. Rund 200 Zuhörer wollten wissen, welche Prognosen die Gutachter für die Zukunft der Schwimmhalle in Laboe treffen. Wie berichtet, hatten Architekt Simon Wenger von WSP Deutschland AG und Torsten Kühne (Con.pro GmbH Kommunalberatung) auftragsgemäß drei Varianten untersucht, die sie durch die Bank – wie berichtet – als „unwirtschaftlich und nicht empfehlenswert“ bewerteten. Die Einzelheiten erläuterten sie nun den Bürgern. Die hinterfragten überwiegend sachlich Zahlen und Fakten. Im Publikum saßen auch Bürgermeister der Ämter Probstei und Schrevenborn. Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst bat gleich zu Beginn der Informationsveranstaltung um eine inhaltliche Fragestellung und mahnte, eine politische Diskussion außen vor zu lassen. Die Berater waren dem Auftrag der Gemeinde gefolgt und hatten eine Sanierung im Bestand, einen Neubau am jetzigen Standort und einen Neubau andernorts untersucht – „jeweils mit dem jetzt vorhandenen Angebot“, betonte Architekt Simon Wenger die Vergleichbarkeit. Auf die Nachfrage von Jürgen Papendorf erklärte er, dass die Berater definitiv weder Sanierung („Konservierung des Bestandes“) noch Neubau für rund zehn Millionen Euro empfehlen können. „Das ist wirtschaftlich nicht vertretbar“, wiederholte Wenger. Denn mit dem jetzigen Angebot sei eine Steigerung der Besucherzahlen nicht möglich. Zum Vergleich: Laboe generiert aktuell etwa 30 000 Besucher im Jahr, vergleichbare Bäder zählen gut das Doppelte. Gebetsmühlenartig wies Wenger darauf hin, dass für eine Steigerung der Besucherzahl das Angebot deutlich ausgebaut werden müsse. „Und dann sprechen wir von Investitionen ab 15 Millionen Euro aufwärts“, so Wenger. Daran änderten die Appelle von Schwimmhallenbefürwortern, man möge den Faktor Mensch bedenken, ebenso wenig wie der Hinweis auf die Nutzung von Meerwasser und die damit verbundenen Vorteile, die der langjährige Schwimmmeister Gerd Mißfeldt anführte. Eine deutliche Botschaft der Berater ging auch an die Umlandbürgermeister. Denn ein Weg, ein Bad für die Region zu erhalten, könne eine einfache Schwimmhalle für Schul- und Vereinsschwimmen (Daseinsvorsorge) sein. „Das schafft die Gemeinde Laboe nicht allein“, räumte der Heikendorfer Bürgermeister Alexander Orth ein. Auch der SPD-Landtagskandidat und Stoltenberger Bürgermeister Lutz Schlünsen sieht das Gutachten „als eine gute Grundlage, auf der zunächst Laboe, aber auch die ganze Region, den Entscheidungsprozess neu auflegen muss“, teilte er mit. „Wollen wir in der Region ein Schwimmbad, das für Einheimische, Tourismus, aber auch insbesondere für die Schulen weiter genutzt werden kann oder wollen wir das nicht?“ Es sei zu wünschen, dass die Gemeinde Laboe diesen Prozess nun anschiebe. Schlünsen sprach sich aber auch dafür aus, eine „Schmerzgrenze für den dauerhaften Weiterbetrieb“ festzulegen, wenn man über ein gemeinschaftliches Betreiben, wie etwa in einem Zweckverband, nachdenke. „Zurzeit ist die Schwimmhallensanierung seitens der Landesregierung auch die Schwerpunktförderung bei den Sportstätten“, so Schlünsen. Die Laboer Bürgermeisterin kündigte Gespräche mit den Umlandbürgermeistern an, denen auch das Gutachten zur Verfügung gestellt werde.
Quelle: Kieler Nachrichten

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