Im Ruhestand zur Feuerwehr

Nachwuchs für die Feuerwehr:Der frühere Fernmeldetechniker Rüdiger Voß fängt mit 63 Jahren an. Foto: Th. Christiansen

Die Feuerwehren brauchen dringend Nachwuchs. Das Alter spielt dabei keine Rolle. Rüdiger Voß hat sich mit 63 Jahren entschlossen, in die Feuerwehr Laboe zu gehen – denn jetzt ist er nicht mehr beruflich ständig unterwegs, sondern im Ruhestand und hat Zeit. Schon als er vor 16 Jahren von Kiel nach Laboe zog, hatte er daran gedacht, in die Wehr einzutreten: „Ich finde es richtig und gut, wenn man in so einem Ort lebt, auch in der Feuerwehr zu sein“, sagt Voß. Doch als Fernmeldetechniker war er bundesweit im Außendienst unterwegs. Nun ist er im Ruhestand und kann sich einer „Sache, die ich gern noch machen will“, widmen. „Ich bin noch fit“, sagt Rüdiger Voß. „Ich kann auch auf die hohe Leiter“, versichert er, denn in seinem Beruf ist er „viel auf Masten und Türmen herumgeklettert“. Jedes Jahr hat er dabei auch eine ganztägige Übung absolviert, um im Notfall jemanden retten zu können. „Ich denke, dass ich die Voraussetzungen habe, hier noch kräftig mitzuarbeiten“, meint Voß. Soweit ist es jedoch noch nicht. „Ohne Grundausbildung können wir niemand zum Einsatz schicken“, erklärt Wehrführer Kurt Jahn. Während des ersten Jahres muss der Feuerwehrmann-Anwärter zunächst technische Grundkenntnisse erwerben und die Truppmann-Ausbildung Teil A und B ableisten. Dann entscheidet die Mitgliederversammlung über seine Aufnahme. Es sei aber keineswegs erforderlich, dass jeder Feuerwehrmann oder jede Feuerwehrfrau über technisches Wissen und die Fähigkeit zu jeder Art von Einsatz verfüge, betont Hilka Ebel. „Man muss bei der Feuerwehr nicht alles können. Irgendetwas kann jeder. Nur das Team ist stark“, betont Ebel, die selbst seit 30 Jahren Mitglied ist. Ein neues Mitglied im Alter über 60 Jahren hat sie noch nicht erlebt. Wie die meisten Wehren braucht auch die Laboer dringend neue Mitglieder. Derzeit hat die Wehr immerhin 50 Aktive, die Sollstärke liegt jedoch bei 63. Auch wenn Rüdiger Voß noch nicht regulär zum Einsatz darf, wird er im Außenbereich ohne Gefährdung schon mal helfen dürfen. Dafür hat er inzwischen auch die Uniform. Komplett eingekleidet ist er noch nicht. Es fehlen noch die Hose zum Anzug, die Handschuhe und die Mütze – im Einsatz wird er die aber nicht brauchen.   

 

Quelle: Kieler Nachrichten

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