Die Laboer lieben ihre neue "Berlin"

Tessa Mielitz (8) aus der Nähe von Hamburg durfte mit auf die Brücke der "Berlin". Sie ist die Taufpatin des Beibootes "Steppke". Die Wahl fiel auf sie, weil Tessa regelmäßig in Laboe Urlaub macht und immer wieder die Seenotretter besucht. Foto: Schekahn

Die Menschen aus Laboe und Umgebung haben den neuen Seenotrettungskreuzer „Berlin“ schon in ihr Herz geschlossen. Über 400 Menschen verfolgten die Indienststellung des 24 Knoten schnellen Bootes. Ministerpräsident Torsten Albig lobte am Sonnabend die „Lebensversicherung“ auf See. Torsten Albig, selbst förderndes Mitglied der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGsRS), zollte den Besatzungsmitglieder seinen Respekt. „Sie fahren noch raus, wenn jeder andere wegen eines Sturms lieber im Hafen bleibt.“ Auf solche Menschen komme es an. Die DGzRS zeige wie stark Deutschland tatsächlich sei. „Solange es solche Gesellschaften gibt, wird mir nicht bange.“ Albig unterstützt die DGzRS auch an seinem Arbeitsplatz in der Staatskanzlei, wo auch eines der markanten Spendenschiffchen steht. Kaum einer der Gäste gehe daran vorbei, ohne Geld hineinzuwerfen, so seine Beobachtung. Vormann Michael Müller und seine Crew haben die ersten Touren auf der Ostsee und den ersten Rettungseinsatz schon hinter sich. Sie holten einen schwerkranken Seemann von Bord eines Frachters. „Ich bin von dem Schiff begeistert“, lautet sein erstes Urteil über die neue „Berlin“, die deutlich mehr leisten könne als ihre 32 Jahre alter Vorgängerin. Er tröstete die Laboer, denen der Abschied vom alten Schiff ein wenig schwer fiel. „Wir haben uns aber verbessert“. Das betrifft auch die Lautstärke. Die neue „Berlin“ ist so leise, dass die Laboer nicht mehr wie vorher hören können, wann sie ein- oder ausläuft. Die Besatzungsmitglieder loben die größere Bewegungsfreiheit an Bord vor allem in der Kabine für die medizinische Erstversorgung. Der Seenotrettungskreuzer „Berlin“ ist 28 Meter lang und verfügt über das Beiboot „Steppke“. Die moderne Feuerlöschpumpe wird zur Bekämpfung von Bränden auf See über einen Monitor gesteuert. Der Name „Berlin“ hat Tradition in der Seenotrettung. Bereits 1873 gab es ein Ruderboot gleichen Namens. Die Bundeshauptstadt pflegt zu zwei Schiffen eine Patenschaft. Neben dem Seenotrettungskreuzer in Laboe trägt auch ein Versorgungsschiff der Deutschen Marine diesen Namen. Und noch etwas verbindet „die“ Berlin mit „dem“ Berlin. Der Vormann Michael Müller ist ein Namensvetter des Regierenden Bürgermeisters der Bundeshauptstadt. Das neue DGzRS-Schiff kostet samt Beiboot wahrscheinlich einen zweistelligen Millionenbetrag. Genaue Angaben dazu machte die DGzRS nicht. Man habe mit der Werft darüber Stillschweigen vereinbart, solange nicht alle drei Kreuzer der Serie ausgeliefert worden seien. DGzRS-Vorsitzender Gerhard Harder gab nur so viel bekannt: Das Schiff ist komplett aus Spendengeldern finanziert. Er bedankte sich mehrmals für die Unterstützung aus der Bevölkerung, die ungebrochen seit 152 Jahren anhalte. Die Seenotretter in Laboe blicken auf eine lange Tradition zurück. 1894 entstand der erste Rettungsschuppen. Von allen 54 Stationen an Nord- und Ostsee verzeichnet Laboe die höchste Zahl an Einsätzen. Bis zu 150 mal pro Jahr laufen sie zu Notfällen auf See aus. Mehr Fotos finden Sie auf www.kn-online.de/berlin-in-dienst    

 

Quelle: Kieler Nachrichten

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