Treibsel bleibt nicht länger am Strand

Jahr für Jahr hat das Ostseebad Laboe mit dem Anfall von Treibsel zu kämpfen. Nun soll ein Lagerplatz gebaut werden. Foto Astrid Schmidt

 

LABOE. Seit Jahren wird in Laboe darüber diskutiert, einen Ablageplatz für Treibsel zu bauen. Bereits 2013 hatte die Untere Naturschutzbehörde darauf hingewiesen, dass die praktizierte Ablagerung im Bereich des Freistrandes keine Option sei. Die Mitglieder im Werkausschuss befassten sich nun erneut mit der Thematik. Klar ist: ein Lagerplatz soll gebaut werden, 60 000 Euro stehen dafür im Haushalt bereit. Sie stimmten nach eingehender Diskussion auch einer Änderung der Satzung der Hafenliegegebühren zu. Neu: Traditionsschiffe, die die Vorgaben der Seeberufsgenossenschaft erfüllen, zahlen nur noch die Hälfte. Treibsel – ein Problem, das alle Ostseegemeinden haben. In Laboe wird damit bisher so verfahren: Der Bauhof entfernt diese natürlichen Ablagerungen aus der Ostsee maschinell, entfernt feste und organische Stoffe und transportiert die Masse zum Trocknen an den Freistrand am Rande des Naturerlebnisraumes Dünenlandschaft. Dort wird das Treibsel zwischen gelagert. „Das Treibsel wird am Ende in eine fachgerechte Kompostieranlage überführt“, erklärte Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst. Die Bürgermeisterin berichtete über die jüngste Ortsbegehung mit Vertretern der Unteren Naturschutzbehörde. „Es wurde erneut darauf hingewiesen, dass eine Lagerung im Strandbereich nicht erfolgen darf. Wir werden nicht umhin kommen, einen Ablageplatz zu bauen“, so Mordhorst. Michael Meggle (Grüne Aktive Laboe) wies darauf hin, dass bereits 60 000 Euro im laufenden Etat für den Bau eines solches Lagerplatzes bereit stehen. Auch der Standort an der Kreisstraße 30 steht bereits fest. Diskutiert wurde nun über die mögliche Anschaffung einer Siebmaschine, um die Treibsel direkt vor Ort am Strand aussieben und somit nur ein Viertel der Masse zum Lagerplatz transportieren zu müssen. Diesem Vorschlag von Inken Kuhn (SPD) stimmte auch Horst Etmanski (CDU) zu. „Es mache doch keinen Sinn, die gesamte Masse zum Lagerplatz und dann später den ausgesiebten Sand wieder zum Strand zu fahren.“ Zur nächsten Sitzung soll Martin Göttsch von der Werkleitung einen „Fahrplan“ für die Behandlung des Treibsels vorlegen. Breiten Raum nahm die Diskussion über die Satzung zur Erhebung der Hafenbenutzungsgebühr ein. Anlass für die Änderung war eine Klage beim Oberverwaltungsgericht, dass Satzungsmängel bescheinigt hatte. Auf Antrag der LWG wurde mit einem Passus deutlich gemacht, dass für die Gebührenermäßigung für Fischer und die Lebensrettungsgesellschaft nicht etwa private Eigner mehr zahlen müssen. „Die Gebührenausfälle werden von der Gemeinde gedeckt“, heißt es jetzt in der Satzung. Alle folgten auch dem LWG-Vorschlag, dass Traditionsschiffe nach den Kriterien der Seeberufsgenossenschaft nur die Hälfte der Gebühren zahlen müssen. Damit sei auch für den juristischen Laien erkennbar, dass es keine Quersubventionierung der Privaten zu den Begünstigten gebe, erklärte Amtsdirektor Sönke Körber. Von Astrid Schmidt 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

Zurück