Viel Aufregung um eine rosa Wolke

Eine Farbwolke als Zeichen für Frieden: Die Aktion der Linken am U-Boot in Laboe unter dem Motto "Unternehmen Petticoat" litt nicht nur unter dem kalten und regnerischen Wetter, sondern stieß auch auf Kritik. Foto Astrid Schmidt

 

LABOE. Ostern ist zwar die Zeit der Friedensmärsche, aber eine so ungewöhnliche Friedensaktion wie am späten Donnerstagnachmittag am Laboer U-Boot fällt aus dem Rahmen. Wie berichtet, hatte die Linke dazu aufgerufen, als Appell für Frieden und Abrüstung das U-Boot pink anzumalen. Rund 20 Demonstranten machten so aus dem Gründonnerstag den Pinkdonnerstag. Initiatorin Katjana Zunft aus Lübeck, Landtagskandidatin für Die Linke, hatte ihre ursprüngliche Ankündigung kurz zuvor allerdings relativiert. „Wir wollen friedlich für den Frieden demonstrieren und werden das U-Boot natürlich nicht antasten“, sagte sie. Stattdessen verstreuten die Akteure eingefärbtes Maismehl, um symbolisch als Anti-Kriegs- Aktion eine rosa Wolke zu erzeugen. Mit rosa Strickmützen, rosa Helmen, rosa Tütü und Fahnen versammelten sich die Linken vor dem Eingang zum Museums- U-Boot. Die pinke Wollmütze, die sogenannte Pussyhat, auf dem Kopf, forderte Katjana Zunft Frieden und Abrüstung sowie den Stopp der Waffenproduktion. Diese Aktion erregte nicht nur viel Aufsehen bei interessierten Laboern, sondern rief auch andere Gruppen auf den Plan. Die „Identitäre Bewegung“ hatte spontan eine Gegendemonstration angemeldet, sagte Polizeieinsatzleiter Michael Martins, Leiter des Polizeireviers Plön, auf Nachfrage. Die etwa 15-köpfige Gruppe hielt stumm ihr Banner empor. Im Gegensatz dazu gab es andere Gruppen in etwa gleicher Größe, die lautstark gegen die Linken- Aktion protestierten. „Schämt Euch! Haut ab! Ihr wisst nicht, worüber ihr sprecht“, skandierten sie. „Ich hätte nicht gedacht, dass unsere friedliche Demonstration so viel Hass hervorruft. Ich bin auch erschrocken darüber, dass unsere Aktion die Neonazi-Szene auf den Plan ruft“, sagte Zunft im KN-Gespräch. Sie und andere Mitglieder ihrer Partei hätten zuvor viele E-Mails erhalten, die bis hin zu Morddrohungen reichten. „Einige von uns haben Anzeige erstattet“, berichtete Zunft. Sie sagte, dass sie zuvor auch das Gespräch mit dem Deutschen Marinebund gesucht habe und der „natürlich nicht erfreut über diese Aktion“ gewesen sei. Die Polizei war, nachdem der Einsatzleiter angesichts der verschiedenen Gruppierungen Verstärkung angefordert hatte, mit 15 Einsatzkräften und Hundeführern vor Ort. Auch die Versammlungsbehörde vom Kreis Plön beobachtete das Geschehen. Die Anmeldung dieser Demonstration sei im Vorwege zwar nicht optimal gelaufen. „Die Veranstalter informierten zuerst die Presse und dann erst die Ordnungsbehörde. Aber wir haben sehr eng mit der Polizei zusammengearbeitet und sind froh, dass alles friedlich abgelaufen ist“, sagte Harald Koopmann vom Kreis Plön. Wiebke Eschenlauer, stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Laboe, betonte, sie könne sich mit den Inhalten der Demo identifizieren, bezweifle aber, dass diese Aktion zielführend sei. Nach gut 30 Minuten war die Aktion friedlich beendet. Die Polizeibeamten ließen zunächst die Gegendemonstranten abziehen und begleiteten schließlich die Demonstranten in Pink zu ihren Autos. Von Astrid Schmidt 

Quelle: Kieler Nachrichten 

 

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