Laboe bekommt nur eine Vier

 

Fast alle Badestrände an der Kieler Förde erhalten für ihre Gewässerqualität die Noten „exzellent" oder „gut". Das zeigt der Bericht, den die Europäische Umweltagentur EEA am Dienstag in Kopenhagen vorgestellt hat. Im Kieler Umland bekommt nur der Freistrand im Seebad Laboe die Note „ausreichend" – wie schon in den vergangenen drei Jahren. Er ist damit einer der wenigen Orte in Schleswig-Holstein, die keine gute Noten für ihre Wasserqualität erhalten haben. Die anderen betroffenen Strände liegen in Bockholmwik an der Flensburger Förde und am Luisenbad in Schleswig an der Schlei. Erstaunlich ist, dass selbst in der Innenförde die Wasserqualität mit „exzellent" benotet wird, am Seebad Düsternbrook beispielsweise, oder an der Seebadeanstalt in Kiel- Holtenau. Auch der Strand in Kitzeberg heimst die Bestnote ein, Mönkeberg dagegen ein „gut". Die Eckernförder Bucht schneidet an allen Badestellen mit „exzellent" ab. Auch viele Seen im Kieler Umland wie der Westensee, der Plöner See und der Selenter See haben eine hervorragende Qualität. Auch bundesweit bleibt das Baden an den Küsten und in fast allen Flüssen und Seen ein sauberes Vergnügen. 97,8 Prozent der knapp 2300 untersuchten deutschen Badestellen erfüllen die EU-Mindeststandards. An den meisten Badestellen (fast 91 Prozent) in ganz Europa bescheinigt der Bericht dem Wasser eine ausgezeichnete Qualität. Nur fünf Stellen in Deutschland fielen komplett durch: Den Stempel „mangelhaft“ bekamen jeweils zwei in Niedersachsen und Baden-Württemberg und eine in Mecklenburg-Vorpommern. Es handelt sich um zwei Badeplätze in Lembruch an Niedersachsens zweitgrößtem See Dümmer, außerdem um den Finsterroter See in Wüstenrot und die Kocherbadebucht in Künzelsau. Außerdem ist am Ostseearm Strelasund zwischen Stralsund und der Insel Rügen eine Stelle in Tremt (Gemeinde Sundhagen) betroffen. Die Daten zu den europäischen Badegewässern stammen aus der Saison 2016. Insgesamt nimmt der Bericht mehr als 21 000 Badestellen in den 28 EU-Ländern sowie in Albanien und in der Schweiz unter die Lupe. 96,3 Prozent davon erfüllten die Mindeststandards. Den höchsten Anteil an Badegewässern mit mangelhafter Qualität verzeichneten Irland (sechs Badegewässer/ vier Prozent), das Vereinigte Königreich (20 Badegewässer/ drei Prozent) und die Slowakei (ein Badegewässer/drei Prozent). Gegenüber der Badesaison 2015 verringerte sich die absolute Zahl der Badegewässer mit mangelhafter Qualität laut EEA zum Beispiel um 19 Gewässer in Spanien (auf 39 im Jahr 2016) und um 13 Gewässer in Frankreich (auf 82 im Jahr 2016). Die deutlichste Verschlechterung verzeichnete Italien: 22 Badegewässer rutschten dort in die Kategorie „mangelhaft". Um die Qualität zu bestimmen, werden zwei mikrobiologische Parameter herangezogen: Erstens das Vorkommen von Escherichia-Coli-Bakterien, einige dieser Fäkalkeime können beim Menschen Übelkeit, Durchfall und Fieber verursachen. Und zweitens das Vorkommen von Darm-Enterokokken, die ebenfalls auf fäkale Verschmutzungen hindeuten. Wer sie verschluckt und in den Magen-Darm- Trakt aufnimmt, dem droht keine Infektion. Gelangen die Enterokokken aber über Wunden in den Körper, können sie schwere Erkrankungen verursachen. Von Florian Hanauer und Gregor Tholl Quelle Kieler Nachrichten

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