Badewasser vor Laboe ein klarer Fall

Der Laboer Strand weist beste Werte für das Badewasser aus. Das hat eine Messung des Gesundheitsamtes des Kreises Plön ergeben. Emely Danielsen (8) traut sich schon mal zumindest mit den Füßen ins kühle Nass.

Laboe. Das Ostseebad Laboe kann sich auf seine Badegäste freuen und bietet ihnen eine hervorragende Badewasser-Qualität. Das bestätigte jetzt die Werkleitung auf Nachfrage. Denn, wie Jahr für Jahr wieder, hatte die EU zuvor Messungen veröffentlicht, die eine völlig andere Aussage trafen. Wie bereits vor Jahren moniert, werden dabei aber die Messungen vor Ort, die regelmäßig durch das Amt für Gesundheit des Kreises Plön erfolgen, nicht aktuell berücksichtigt. Eine Verunsicherung der Bevölkerung ist oft die Folge. Nach einem Bericht zur Wasserqualität der europäischen Badegewässer, den die Europäische Umweltagentur EEA am vergangenen Dienstag in Kopenhagen vorgestellt hatte, erhielt der Freistrand in Laboe – wie berichtet – nur die Note „ausreichend“. Dagegen haben Vertreter des Gesundheitsamtes des Kreises Plön, die am 15. Mai Proben am Kurstrand in Laboe entnommen haben, dem Ostseebad ein gutes Ergebnis bescheinigt. „Die Keimzahlen der untersuchten mikrobiologischen Parameter geben keinen Anlass zur Beanstandung. Die zugehörigen Grenzwerte der Badegewässerverordnung Schleswig-Holstein 2008 werden eingehalten“, heißt es im Protokoll. Die entscheidenden mikrobiologische Parameter für die Qualitätsbewertung: Der Grenzwert/Richtwert für Escherichia coli beträgt 1.800 MPN/100 ml, der für Intest. Enterokokken 700 MPN/100 ml. Die Probe ergab für beide Parameter <10 MPN/100 ml. „Unsere Werte könnten also besser nicht sein“, sagte Martin Göttsch, Assistent der Werkleitung in Laboe. Der Kreis Plön informierte dazu auf Nachfrage: „Die Badestellen an den Küsten wie auch an Binnenseen und Flüssen werden zu Beginn und während der Saison vom 1. Juni bis 15. September regelmäßig von den zuständigen Gesundheitsbehörden überwacht und beprobt. Neben der Entnahme und Analyse von Wasserproben finden Ortsbesichtigungen statt, bei denen unter anderem auf mögliche Verschmutzungen und Algenentwicklungen geachtet wird.“ Die Diskrepanz zwischen den aktuellen Messwerten vor Ort und den veröffentlichten EU-Angaben erkläre sich unter anderem durch einen sogenannten „Change-Antrag“ für die Badestelle Kurstrand, „mit dem konkrete Sanierungs- und Umbau-Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität einhergehen“, teilte der Kreis mit. Durch dieses Verfahren werde der Kurstrand erst nach der nächsten Saison von der EU wieder im regulären Verfahren bewertet. „Nach den ermittelten Werten der letzten drei Jahre würde aber auch diese Badestelle mit Ausgezeichnet bewertet werden“, heißt es weiter. Außerdem wird erklärt: „Bei den Bewertungen gilt es zu beachten, dass immer die Werte der letzten vier Jahre zu einem Gesamtergebnis zusammen genommen werden. Wenn also einmal, wie in Laboe vor ein paar Jahren der Fall, ein besonderer Ausreißer gemessen wird, hat dieser noch drei Jahre lang Einfluss auf das Gesamtergebnis. Dieses Verfahren steht schon seit langem in der Kritik. Es sorgte schon in den Vorjahren bei den Verantwortlichen in den Ostseebädern und den Badegästen für Verunsicherung. Martin Göttsch in Laboe betont deshalb, man freue sich auf viele Gäste, die an den Laboer Badestellen bestes Badewasser vorfinden.

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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