Zwergseeschwalben fliegen auf neue Sandbank

Dieses Schild und dieser Zaun sollen die brütenden Zwergseeschwalben auf der Sandbank vor Laboe schützen

Laboe. Die intensive Nutzung der Küstenbereiche lässt für Arten wie Zwergseeschwalben kaum noch Lebensraum. 2016 siedelten sich die seltenen Vögel auf einer neuen Sandbank vor Laboe an. Weil jetzt wieder die ersten Paare mit der Brut begonnen haben, wurden dort ein Zaun und ein Schild aufgestellt. „Bitte nicht betreten“ steht auf dem Schild, das Carsten Harrje und Wilfried Knief zusammen mit dem Zaun auf die Sandbank gestellt haben. Der Zaun soll ein „unbeabsichtigtes Zertreten“ der Gelege verhindern, sagt Harrje. Der Biologe aus Laboe, Referent des Nabu für das benachbarte Naturschutzgebiet Bottsand in Wendtorf, hatte sich zusammen mit Wilfried Knief aus Probsteierhagen, stellvertretender Vorsitzender der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Schleswig-Holstein, dazu entschlossen, nachdem vor wenigen Tagen drei Zwergseeschwalben- und ein Austernfischerpaar dort mit der Brut begonnen hatten. Schon seit einigen Jahren hatten Naturschützer, wie berichtet, immer wieder kritisiert, dass Spaziergänger, freilaufende Hunde, Surfer und Reiter oft für Störungen auf der Sandbank vor dem Naturerlebnisraum Dünenlandschaft Laboe sorgten. Knief hatte dort schon mehrfach Brutversuche und 2015 erstmals Jungtiere beobachtet. Einige Nester wurden aber zerstört oder von den Vögeln aufgegeben. Im vergangenen Jahr siedelten sich nun mehr Zwergseeschwalben auf der Sandbank an. Die Studentin Jule Neumann, die beide Kolonien der Zwergseeschwalben auf dem Bottsand und auf der Sandbank genauer untersuchte, stellte fest, dass trotz der intensiven Nutzung der Sandbank zunächst kaum eine Brut aufgegeben oder zertreten wurde. Offenbar wurde dieser Teil der Sandbank von den meisten Besuchern gemieden, weil die Gelege sich im groben Schotter befanden, vermutete Harrje. Gezählt wurden am Ende der Brutsaison immerhin 13 Jungtiere, von denen Neumann fünf noch im voll flugfähigen Alter beobachten konnte. Im vergangenen Jahr war die Sandbank allerdings noch eine Insel. Seit sich eine feste Landverbindung gebildet hat, wird die Sandbank noch intensiver genutzt. Harrje und Knief hoffen, dass hier dennoch ein Nebeneinander von Besuchern, Hunden und Brutvögeln möglich sein wird. Eingezäunt haben sie nur den unmittelbaren Brutbereich. Im Naturschutzgebiet Bottsand – das nicht betreten werden darf – haben im vergangenen Jahr 32 Zwergseeschwalbenpaare gebrütet, 56 Küken schlüpften. Jetzt sitzen dort 34 Zwergseeschwalben auf ihren Eiern.

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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