Was wird aus der Dünenlandschaft?

Ralf Harrje (hinten Mitte) vom BUND empfhielt den Laboern, ein Konzept zu entwickeln, was im Areal des Naturerlebnisraumes Dünenlandschaft geschehen soll. Foto Astrid Schmidt

Laboe. Die Fraktion der Grünen will einen Antrag in den Umweltbeirat einbringen. Ziel: ein Konzept, wie Laboe mit dem Naturerlebnisraum Dünenlandschaft umgehen will. Zu einem Ortstermin hatten die Mitglieder des Umweltbeirates der Gemeinde Schönberg den Referenten des BUND, Rolf Harrje, eingeladen. Den Anstoß dazu hatte Roland Hoja gegeben. Auf zehn Hektar unterhalb des Laboer Ehrenmals bis zur Wasserlinie liegt der Naturerlebnisraum Dünenlandschaft. 2005 wurde dieses Areal ausgewiesen, das sich seither ständig durch Wind und Wellen verändert. Das Besondere: Vor 40 Jahren noch war die gesamte Fläche eine Wasserfläche. Inzwischen ist sie versandet, ein Strandsee ist entstanden und viele Wasservögel sind dort zu Hause. Und es laufen Hundebesitzer mit ihren Tieren hier herum. Zudem gibt es Reiter, Radfahrer, Kitesurfer und Spaziergänger. Viele Ansprüche gibt es also an diese Fläche, die größtenteils der Natur selbst überlassen ist. Beim Durchstreifen des Dünenlandschaft stößt die Gruppe auf eine beträchtliche Zahl Silberpappeln. Sie breiten sich mehr und mehr aus, ebenso wie die Kartoffelrose. „Das ist übles Zeug, weil es keinen anderen Pflanzen Raum lässt“, erklärte Harrje. Er machte den Unterschied zwischen Naturschutzgebiet und Naturerlebnisraum deutlich. „Durch den dürfen und sollen die Menschen hindurchgehen“, so Harrje. Das sei aber gleichzeitig ein Problem. Denn zum einen wolle man Vegetation und Vogelbrut schützen, zum anderen gebe es keine vernünftige Abgrenzung. Auch mangele es an Informationstafeln und die, die vorhanden seien, seien inhaltlich veraltet, beschreibt Harrje die Situation. Auch fehlen Hinweisschilder, wie die Teilnehmer feststellten. Es gebe zwar hier und da eine private Initiative, wie ein Schild am Übergang von der Dünenlandschaft in das Brutgebiet der Seevögel. Das werde aber kaum beachtet, denn es „ist nichts Halbes und nichts Ganzes“, so der Umweltschützer. Allerdings habe er auch die Erfahrung gemacht, dass Schilder oder Verbote wenig nützten, wenn deren Einhaltung nicht kontrolliert werde. Als Referent des Naturschutzgebietes Bottsand in Wendtorf verwies er „auf gute Erfahrungen mit Aufklärung, Informationen und Gesprächen mit den Menschen“. Doch dafür müsse es eine Person oder eine Gruppe geben, die sich verantwortlich fühle, so Harrje weiter. Er betonte eines: „Bevor die Gemeinde hier etwas macht, sollte sie wissen, was sie will. Soll in 100 Jahren hier ein Wald stehen, dann muss man nichts tun. Will man Arten der Roten Liste erhalten, sollte man eine sanfte Sukzession betreiben.“ „Dieser Ortstermin soll eine inhaltliche Vorbereitung und Grundlage dafür sein, was wir im Umweltausschuss auf den Weg bringen wollen“, erklärte Ausschussvorsitzender Michael Meggle. Termin ist am Donnerstag, 15. November, um 19 Uhr in der Cafeteria der Laboer Grundschule. Von Astrid Schmidt

 

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