Hilfe für Familien kommt an

Joachim Schuldt, Monika Boje und Sabine Schuldt hoben vor 10 Jahren ihr Hilfsprojekt für Familien aus der Taufe. Foto Astrid Schmidt

 

LABOE. „Wer Kindern helfen möchte, muss die ganze Familie mit einbinden.“ Von diesem Leitgedanken lassen sich die drei Initiatoren des Laboer Projektes „Kirche hilft helfen“ seit mehr als zehn Jahren leiten. Damals hoben Sabine und Joachim Schuldt sowie Monika Boje die überwiegend aus privaten Spenden finanzierte Hilfsaktion aus der Taufe. Das Projekt erzeugte landesweit Aufmerksamkeit, 2013 wurde es von der Akademie für Ländliche Räume ausgezeichnet. Bisher wurden über 120 000 Euro aufgebracht. Unter dem Dach der Anker-Gottes-Kirche Laboe gaben Joachim und Sabine Schuldt sowie Monika Boje dem Projekt den Namen. Gleichwohl ist es eine rein privat von den drei pensionierten Pädagogen initiierte Einrichtung, die sich für die unbürokratische Hilfe von Familien einsetzt. „Wir wollten vor allem den Kindern helfen, die aus verschiedensten Gründen nicht so wie andere am kulturellen und gesellschaftlichen Leben teilhaben konnten“, erklärte Joachim Schuldt. Klar war für die drei Pädagogen von Anfang an: „Das erreichen wir nur, wenn wir die Familien stärken.“ So entstand das Projekt „Urlaub auf dem Bauernhof“. Gemeinsam Zeit verbringen, sich miteinander über gleichgelagerte Probleme austauschen, von den anderen vielleicht auch abgucken, wie der Alltag einfacher zu bewältigen ist – das ist der Ansatz, den die Organisatoren mit dieser Hilfe verbinden. „Wir treffen uns mit den Familien zur Vor- und Nachbesprechung. Einige von ihnen kommen seit dem ersten Jahr“, erzählt Sabine Schuldt. Für diese Familien, so betont sie, sei „Urlaub kein Luxus, sondern notwendig für die Entlastung in der Familie. Sie können mal Luft holen, sich einmal an den gedeckten Tisch setzen“, schildert die 77-Jährige ihre Erfahrungen. Was vor zehn Jahren mit zehn Familien auf einem Hof in Behrensdorf begann, hat sich nahezu verdoppelt. Heute fahren jährlich 18 bis 20 Familien mit rund 60 Personen auf fünf verschiedene Bauernhöfe im Land. Dahinter verstecke sich viel logistische und organisatorische Arbeit, die sie inzwischen in ihrer Freizeit erledigten, erklärt Sabine Schuldt. Damit nicht genug: Denn das Geld – jährlich benötigt das Projekt zwischen 15 000 Euro bis 16 000 Euro – müsse mühsam aufgebracht werden. „Wir schreiben Anträge an Stiftungen, Banken, die Kirche unterstützt uns und immer wieder gibt es viele Spender in Laboe, die zu Jubiläen oder anderen Gelegenheiten auf Geschenke verzichten und uns unterstützten. Dafür bedanken wir uns besonders“, sagte Joachim Schuldt. Er selbst wirbt von Anfang an für das Projekt, sammelt in eigenen Veranstaltungen und Lesungen, in seinen plattdeutschen Predigten Spenden. Ein Ziel sei es, das Projekt „zu verstetigen“, so Schuldt. Schließlich gehöre die Verlässlichkeit für die Familien zu ihrem Ansatz dazu. „Für das nächste Jahr reicht das Geld, das wir zurzeit haben, aber wir sind um jede Spende dankbar, um auch 2020 den Familienurlaub finanzieren zu können “, sagte Schuldt. Doch aus dem Topf „Kirche hilft helfen“ wird nicht nur Familienurlaub finanziert, sondern es geht auch um Einzelförderung, Beratung bei Erziehungsfragen oder Begleitung bei Behördengängen. „Wir zahlen auch Nachhilfen, Beiträge zu Sportvereinen oder Kurse, die die Kinder sonst nicht besuchen könnten“, schilderte Monika Boje. Alle Kinder sollten die gleichen Startchancen ins Leben erhalten, unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern. Von Astrid Schmidt  

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann sich an Joachim und Sabine Schuldt wenden, Tel. 04343/429832. 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

Zurück