Geduldsprobe für Laboer Skater

So sah die Skaterbahn am Rosengarten in ihren besten Zeiten aus. Im Zuge der Neugestaltung des Areals war sie abgebaut und entsorgt worden. In einem Bürgerentscheid soll nun darüber abgestimmt werden, ob hier eine neue Freizeitanlage entstehen soll.

Laboe. In Laboe gibt es erneut einen Bürgerentscheid. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens zum Standort der Skateranlage hatten in den vergangenen Monaten ausreichend Unterschriften gesammelt. Die Kommunalaufsicht gab grünes Licht, der Termin steht: Am 17. März, parallel zur Bürgermeisterwahl im Ostseebad Laboe, haben die Bürger Gelegenheit, über den Rosengarten als Standort für eine neue Skaterbahn zu entscheiden. Die Gemeindevertreter brachten in ihrer jüngsten Sitzung die Formalien für den Bürgerentscheid auf den Weg. 558 Unterschriften hatten die Initiatoren des Bürgerbegehrens in Laboe gesammelt, 543 davon waren vom Amt für gültig erklärt worden. Damit erfüllten die Initiatoren das Quorum von zehn Prozent der Wahlberechtigten der Gemeinde. Die Kommunalaufsicht hatte das eingereichte Bürgerbegehren zur Frage des Standortes der Skateranlage in Laboe zugelassen. Die Gemeindevertreter stimmten dem Vorschlag von Bürgermeister Marc Wenzel einstimmig zu, das Bürgerbegehren parallel zur Bürgermeisterwahl abzuhalten. Die Skateanlage in Laboe stand bis Sommer 2014 am Rosengarten, der Standort war aber seit jeher umstritten. Im Zuge der Neugestaltung am Hafen und im Rosengarten war sie abgebaut und entsorgt worden. Der Rosengarten zählt zu den touristisch meist frequentierten Plätzen im Ostseebad. Das war für Befürworter dieses Standortes für eine neue Skateranlage das entscheidende Argument. Die Gegner des Standortes sehen hingegen Konflikte zwischen skatenden Jugendlichen und erholungssuchenden Gästen in den Hotels und Appartements an der Promenade. Bereits unter der Regie des verstorbenen Bürgermeisters Walter Riecken hatte es diese Pro- und Contra-Bewegung gegeben. Jugendliche hatten für den Wiederaufbau der Anlage demonstriert. 2015 wurde die Planung erneut diskutiert, 2016 waren im Kinder- und Jugendhaus rund 40 Jugendliche dabei, gemeinsam mit Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst und anderen Ortspolitikern den richtigen Standort zu erörtern, Geld sollte in den Haushalt eingestellt werden. 2017 gründete sich der Skateverein, der Treffen am Hafen veranstaltete und derzeit gut 230 Mitglieder zählt. Planer stellten schließlich drei Varianten für eine zeitgemäße Anlage vor, das sogenannte Skate-Boat, eine Bahn in Bootsform, wurde favorisiert, ebenso wie der Standort am Rosengarten. Dann folgte der Einwohnerprotest. Es kam zum Bürgerbegehren, das nun in den Bürgerentscheid mündet. Tairiq Chinnow erklärte als Vertretungsberechtigter des Bürgerbegehrens, dieser Standort sei konfliktträchtig, weil sich viele Erholungssuchende im Rosengarten aufhielten. Die Skateranlage sei ein „Sportgerät“, deshalb sollten Standorte wie die Surfschule und der Sportplatz geprüft werden, so Chinnow. Michael Meggle wies darauf hin, dass alternative Standorte lediglich am Ortsrand vorhanden seien. „Wir sehen dies nicht als geeignet für Kinder und Jugendliche“, so Meggle. Günther Petrowski (CDU) beantragte in der Sitzung mit Hinweis auf die „Vielzahl der Unterschriften“, den Beschluss über den Standort Rosengarten aufzuheben. Die SPD sprang ihm bei, doch beide konnten sich nicht durchsetzen. Mit zehn zu sieben Stimmen wurde der Antrag abgelehnt. „Jetzt sind wir soweit und jetzt ziehen wir das auch durch“, sagte Martin Opp (Grüne). Diesen Weg unterstrich auch die LWG. Eine Aufhebung des Beschlusses der Gemeindevertreter hätte einen Bürgerentscheid obsolet gemacht. Denn die Debatte drehte sich von Anbeginn nicht um die Anlage an sich, sondern stets um den Standort. Jetzt sind die Laboer aufgerufen, ein Kreuz mehr zu machen, wenn sie am 17. März zur Bürgermeisterwahl gehen.

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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