Bläserklänge quer durch den Ort

Der Posaunenchor der Anker-Gottes-Kirche Laboe blies seine Kurrende. Eine Station war der Probsteier Platz mit seiner mächtigen Tanne.

Laboe. Sie ist im Ostseebad Laboe Tradition: die Kurrende. Am Sonnabend machten sich die Bläser des Posaunenchors der Laboer Anker-Gottes-Kirche wieder auf den Weg, um quer durch den ganzen Ort die Menschen auf die Weihnachtszeit einzustimmen. So auch am Probsteier Platz, wo sie unter der mächtigen geschmückten Tanne ihre Weihnachtslieder spielten. Zuhörer machten es sich auf den Bänken bequem, holten sich einen Kaffee aus umliegenden Bäckereien und genossen eine halbe Stunde besinnliche Weihnachtsstimmung. Dafür waren unter anderem Ute von Thun-Drews aus Stein gekommen ebenso Sabine und Achim Schuldt, Ronja Rumohr, Barbara Wildhagen und Nicolai Culik. Die Musiker hatten sich unter der großen Tanne versammelt, sechs Trompeten, zwei Posaunen und eine Tuba spielten klassische Weihnachtslieder und Christmas-Songs. Sogar Wünsche wurden erfüllt. Während die Erwachsenen dieses besondere Konzert eher aus der Entfernung verfolgen, hatten es sich einige der Jüngsten gleich ganz dicht an den Musikern unter der großen Tanne gemütlich gemacht. Und genauso lieben es die Musiker – dicht dran an den Menschen. Für sie sei die Kurrende eine besondere Gelegenheit zu spielen. „Wir gehen dort hin, wo die Menschen sind, die sonst nicht unbedingt in die Kirche kommen“, sagte Heino Tangermann. Der Posaunist hatte vor einem Jahr die Leitung des Posaunenchores und damit auch die Tradition übernommen. Wind und Wetter, so erklärte er, mache den Instrumenten nichts aus. „Die Blechblasinstrumente sind unempfindlich gegen Hitze und Kälte, erst Temperaturen von weniger als minus fünf Grad können uns gefährlich werden, dann frieren die Ventile zu“, erläuterte der Musiker. Besonders freue es ihn, dass aus diesem Anlass auch Ehemalige den Weg zurück in die Heimat finden, wie er sagte. Dazu zählt Charlotte Culik, die heute in Flensburg lebt. Sie sei eigens für die Kurrende nach Laboe gekommen. „Es ist einfach schön, an verschiedenen Orten zu spielen, zu sehen, wie die Menschen innehalten und sich freuen“, sagte sie. Ihre Lieblingsstation sei die Seniorenwohnanlage. „Manche Menschen haben Tränen der Rührung in den Augen“, berichtete sie. Trompeter Philip Pavel ist fast auf den Tag genau seit 20 Jahren dabei. Auch er kommt eigens von seinem Wohnort Kiel nach Laboe, um mit seinem Posaunenchor zu spielen. Seine Lieblingsstation ist der Probsteier Platz, denn dort hatte er als Kind mit dem Trompete-Spielen begonnen. Besondere Freude macht die Kurrende auch Jan Puls mit seiner Posaune, der seit drei Jahren im Posaunenchor mitspielt. „Es ist schön, draußen zu spielen. Außerdem bekommen wir dann auch mal Beifall“, sagte er. Clemens Rumohr ist seit 1990 dabei und der „Oldie“ in der Runde. Im Weihnachtspulli freut er sich über die schöne Stimmung, die entsteht – und auf die Kekse und den Punsch, den der Posaunenchor an seiner letzten Station – dem Sörnskamp – in jedem Jahr erhält.

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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