Gegenwind von der Reiterfront

Reiten ist in Laboe das ganze Jahr über nur noch am Frei- und Hundestrand erlaubt. Der Fachverband hinterfragt die Regelung.

Laboe. Die Entscheidung, in Laboe das Reiten am Strand weiter einzuschränken und es am Kurstrand nun ganzjährig zu verbieten, ruft auch Kritik beim Fachverband der Wanderreiter und -fahrer hervor. Wie Bianka Gehlert von der Interessengemeinschaft der sogenannten Freizeitreiter und Fahrer gegenüber dieser Zeitung erklärte, bedauere sie die Entscheidung der Laboer Gemeindevertreter. Ihr Verband sehe es aber auch als Aufgabe, solche Entscheidungen zu hinterfragen. „Wir weisen darauf hin, dass das Reiten in der freien Natur durch den zunehmenden Verkehr und gerade in Küstennähe den Tourismus schon stark eingeschränkt ist. Viele Reiter genießen das unbeschwerte Reiten am Strand. Gerade auch in touristisch interessanten Gebieten werben viele Ferienhöfe, auch in der Probstei, mit dieser Möglichkeit“, erklärte Gehlert. Es sei unter anderem auch Ziel des Verbandes, Reiter im Geländereiten auszubilden. Gerade in diesem Jahrhundertsommer habe sich der Strandabschnitt unterhalb des Ehrenmals zu einem Reiter-Hotspot entwickelt. „Die Folge waren viele eindrucksvolle Bilder mit Reitern und Pferden am Laboer Strand“, so Gehlert weiter. Sie räumt allerdings auch ein, dass es Fehlverhalten einiger Reiter gegeben habe, das zu Kritik und Zwischenfällen führte. „Alle liefen glimpflich ab, werden aber ernst genommen und sind dringend zu verhindern“, so die Vertreterin des Fachverbandes. „Hier ist es die Aufgabe der Gemeindevertretung, regulierend vorbeugend einzugreifen“, so Gehlert. Sie moniert auch, dass verschiedene Nutzergruppen gegeneinander ausgespielt werden. „Mögliches Fehlverhalten einiger Reiter, mögliches Fehlverhalten einiger Hundebesitzer und auch das Kiten der Surfer im Badestellenbereich in zu geringer Nähe zum Strand – immer sind es die einzelnen Individuen, die durch Fehlverhalten eine ganze Gruppe in Misskredit bringen“, betont die Reiterin. Konflikte entstünden dann, wenn man das Verhalten der anderen Nutzergruppe nicht versteht oder geltende Regeln und Gesetze nicht kennt. „Es gibt durchaus andere Wege als restriktive Verbote“, so Gehlert. Ihr Verband appelliere an alle, respektvoll miteinander umzugehen, um die „Naturräume gemeinsam nutzen zu können“. Sie hat auch einen konkreten Vorschlag für die Gemeindevertreter: „Vielleicht finden sich ein paar Aktive (Reiter und/oder Hundebesitzer), die in regelmäßigen Abständen den Strand begehen, auf mögliches Fehlverhalten freundlich hinweisen und auch eventuell anfallende Hinterlassenschaften beseitigen.“

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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