Schwere Schäden an der Küste

Eine mächtige Abrisskante hat das Hochwasser am Laboer Kurstrand hinterlassen. Die Männer bergen ein Spielgerät.

LABOE/STEIN. Das Hochwasser in Folge des Neujahrssturmes hat in den Küstenorten gravierende Folgen hinterlassen. Im Ostseebad Laboe sind ganze Strandabschnitte weggespült, die Steilküste zwischen Laboe und Stein ist in Höhe des Aukruges weiter abgebrochen, sodass dort die Kante abgesperrt werden musste. Besonders stark getroffen hat es den Ferienort Stein. Dort ist die Mole stark beschädigt, der massive Brückenkopf ist in Teilen aus der Verankerung gerissen und wurde über den ganzen Strand verteilt. Bürgermeister Peter Dieterich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, wie er berichtete. Er ahnte bereits, dass Sturm und nachfolgendes Hochwasser Schäden anrichten würden. Doch was er dann morgens sah, machte ihn und die Bauhofmitarbeiter Uwe Oede sowie Andreas Sindt sprachlos. Am Strandzugang lagen zwei etwa zwei Meter mal zwei Meter messende massive Holzteile, die eigentlich zum Brückenkopf gehören. Als sie die Mole in Augenschein nehmen, wird sichtbar, welche Kraft die Wellen entwickeln können. Die Metall- Schuhe, in denen die schweren Holzplatten befestigt waren, sind aufgebogen, die Auflagen herausgerissen. Etliche Meter weiter in Richtung Wendtorf fanden die Bauhofmitarbeiter die anderen Teile. Auch die Steinböschung ist abgesackt, sodass die Mole erneut stark beschädigt ist. Gerade erst im vergangenen Jahr war sie nach dem Sturmtief Axel aus 2017 wieder erneuert worden. Die Treppe, die über die Mole hin zum Molenkopf führt, weist ebenso starke Schäden auf, ganze Stufen sind aus dem Betonbett gerissen. „Es hat den Anschein, dass die gesamte Treppe in sich brüchig ist“, sagt Peter Dieterich. Auch wenn er das Sturmtief Axel nicht mit dem aktuellen Ereignis vergleichen wolle, stelle er sich die Frage: „Macht es überhaupt Sinn, die Mole in der jetzigen Art wieder aufzubauen? Gehört sie hierher an die Ostsee? Wir sehen, was Wind und Wellen hier anrichten. Die Schäden sind immens, was das kostet, muss nun ermittelt werden“, sagte Dieterich. Er werde das Thema erneut in der Gemeindevertretung beraten, so der Bürgermeister. Auch die Gemeinde Ostseebad Laboe wird zusätzliche Mittel für die Sandverschiebungen bereitstellen müssen. Die größten Schäden, so sagte Bürgermeister Marc Wenzel, sieht er in Höhe des Kiosks Birkenweg. Dort hat das Wasser das Gebäude unterspült und das Deckwerk bis an das DRKStrandhaus in Richtung Schwimmhalle freigelegt. Auch die Strandzäune entlang der Promenade sind zu großen Teilen ausgerissen und weggespült worden. „Wir müssen uns überlegen, ob wir unseren Kurstrand auch in Zukunft in der jetzigen Form so erhalten können“, meinte Wenzel. Die Besonderheit ist der sogenannte Sedimenttransport. Das Wasser trägt den Sand von der einen Stelle weg und lagert ihn weiter in Richtung Lesehalle an. So verändert sich Jahr für Jahr die Strandlinie, Strandkörbe können in Höhe des Hotels Deichterrassen nicht mehr stehen. Auch der Rosengarten war im Zuge des Hochwassers komplett überflutet, noch gestern stand zum Beispiel der umstrittene Standort für die neue Skaterbahn komplett unter Wasser. Diese Situation, so sagte der stellvertretende Bürgermeister Günter Petrowski vor Ort, stelle den Standort für die Skaterbahn noch einmal in ein neues Licht. In Mitleidenschaft gezogen war auch erneut die Fischküche. Dort waren die WC-Anlagen überflutet ebenso wie der Parkplatz und die Straße Wiesenweg. Von Astrid Schmidt

Quelle: Ostholsteiner Zeitung

Zurück