"Ich fühle mich persönlich angegriffen"

So kennt man Peter Dittmer, den Ostseebotschafter: Bei Wind und Wetter macht er sich auf zu den schönen Dingen, die das Ostseebad zu bieten hat. (Foto:Asc)

 

Laboe. So kennen die Menschen in Laboe ihren Ostseebotschafter Peter Dittmer: Bei Wind und Wetter zu Fuß unterwegs im Ort, immer mit dem wachen Auge und einem Lachen auf dem Gesicht. Er nimmt seine ihm 2012 anvertraute Aufgabe ernst, ist täglich auf der Suche nach den vielen schönen Dingen, die es im Ostseebad Laboe gibt und trägt sie via Internet-Tagebuch in die Welt hinaus. Dafür war er unter anderem im Mai des vergangenen Jahres mit der Ehrennadel des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet worden. Umso überraschter war Dittmer, als er sich nun den seinem Empfinden nach „sehr persönlichen“ Fragen des fraktionslosen Gemeindevertreters Karl-Christian Fleischfresser in der Sitzung der Gemeindevertreter gegenüber sah. Die damalige Bürgermeister Karin Nickenig und der einstige Werkleiter Ulrich Thon hatten 2012 in Zusammenarbeit mit dem Verband Ostseeholstein-Tourismus (OHT) den „Ostseebotschafter“ in Laboe ernannt. Peter Dittmer und der bereits verstorbene Detlef Boje übernahmen damals diese Aufgabe, die im Konzept des OHT als Marketing-Instrument verankert ist. Über das sogenannte „Botschafter-Programm“ sind Menschen als Multiplikatoren für die Region auf ganz unterschiedliche Weise aktiv, heißt es dort. Es gibt weder Wahlzeiten noch konkret festgelegte Aufgaben. Laboe ist eine von vielen Gemeinden, in denen diese Ostseebotschafter wirken. Fleischfresser wollte nun öffentlich wissen, wer wann den „Titel verliehen“ hätte, wann neue Personen eingesetzt würden, welche Aufgaben damit verbunden seien und welche Voraussetzungen dafür gegeben sein müssten. Speziell zielten seine auch schriftlich formulierten Fragen auf „Auftreten, Mobilität und Herkunft“ ab – für Peter Dittmer ein Affront gegen seine Person, wie er im Gespräch mit dieser Zeitung sagte.  „Ich habe mich durch die Frage nach Herkunft und Auftreten ganz persönlich angegriffen gefühlt. Ja, ich habe kein Auto und ich bin wie ich bin. Ich bin authentisch. Es ging mir nie um einen Titel“, erklärte Dittmer weiter. Als er 2008 nach Laboe kam und kurz darauf seine Lebenspartnerin gestorben war, hätten die Menschen in Laboe ihn sehr unterstützt. Als der OHT dann den „Ostseebotschafter“ ins Leben rief, hatte er sich gemeldet. „Ich wollte den Menschen etwas zurückgeben. In der Woche bin ich zwischen 60 und 80 Stunden dafür unterwegs. Ich mache es, weil ich es gern mache, und ich bekomme sehr viel positive Rückmeldung“, berichtete Dittmer. Seine Aufgabe als „Ostseebotschafter“ fülle er auf seine Weise aus – mit dem, was er kann. Das Ergebnis sind ungezählte Fotos besonderer und immer wohlwollender Laboe-Blicke, liebenswerte Beschreibungen des Dorflebens und kultureller Ereignisse, die über die Hompepage „Wir- in-Laboe“ in die ganze Welt hinausgehen.  Zum Hintergrund seiner Anfragen sagte Karl-Christian Fleischfresser auf Nachfrage dieser Zeitung: „Ich will auch Ostseebotschafter werden.“ Fleischfresser: „Ich will auch Ostseebotschafter werden“. Von Astrid Schmidt

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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