Flickwerk hilft nicht mehr

Der Laboer Strand zwischen Schwimmhalle und Ehrenmal ist schon seit einigen Jahren kein Kurstrand mehr.Er soll in diesem Jahr unverändert bleiben. Das Deckwerk liegt frei, bis an die Promenade heran.

Laboe. „Die Schäden sind groß, eine kleine Lösung ist nicht noch einmal möglich“, sagte Bürgermeister Marc Wenzel in der jüngsten Sitzung des Laboer Bauausschusses. Damit brachte er die Folgen der beiden kurz aufeinander folgenden Stürme Zeetje und Benjamin für das Ostseebad auf einen Nenner. Erstmals nannte er geschätzte Kosten für die Beseitigung der Schäden: Zwischen 800  000 und 900 000 Euro. Sein Fazit: „Wir werden wohl den Strand zwischen Schwimmhalle und Ehrenmal in dieser Saison so lassen, wie er ist.“ Denn Kurstrand sei dieser Bereich ohnehin nicht mehr, sodass die Gemeinde auch keine Einnahmen in diesem Strandabschnitt erziele, so Wenzel. „Es fehlen zwischen 10 000 und 15 000 Kubikmeter Sand. Ein reines Umschaufeln, wie nach Sturmtief Axel in 2017 ist diesmal nicht möglich. Wenn wir Sand aufspülen, muss Sand angefahren werden“, erklärte Wenzel. Denn das Niveau des Strandes dort sei nach dem letzten Verschieben des Sandes „viel zu niedrig“. Man habe offenbar nach dem Verschieben des Sandes keine Höhenvermessung vorgenommen. „Nach jedem Hochwasser gab es nur Flickwerk“, sagte Wenzel. Er nannte die Summe von 500 000 Euro, die diese Maßnahmen kosten würden. „Wie oft können und wollen wir uns das leisten?“, fragte er. Zudem sei das Vorspülen aus naturschutzrechtlichen Gründen nur zeitlich begrenzt möglich. Klar ist für den Bürgermeister: Langfristig müssten sich alle Küstengemeinden gemeinschaftlich ein Konzept für den Küstenschutz überlegen. „Das müssen wir noch in dieser Wahlperiode anpacken“, so Wenzel. Doch nicht nur der Strand in Laboe hat Schaden genommen, sondern auch der Jachthafen. An den hinteren Stegen sei die Stromversorgung nicht betriebsbereit, weil Wasser eingedrungen sei. „Die Kästen wurden offenbar von meinem Vorgänger zu niedrig angebracht“, sagte Wenzel, der auch Werkleiter ist. Auch die Südmole sei erneut abgesackt. Das Wasser habe das Erdreich aus dem Baukörper heraus gespült, so Wenzel weiter. Angesichts der schweren Sturmschäden an der Küste ist im Plöner Kreistag inzwischen der Ruf nach finanzieller Hilfe für die betroffenen Ostsee-Gemeinden laut geworden. DCU, FDP und UWG haben bereits eine halbe Million Euro gefordert. Die Schäden seien diesmal noch größer als 2017, als der Kreistag 250 000 Euro für die Gemeinden bereitgestellt habe. In der Kreistagssitzung am am 21. Februar soll darüber beraten werden. Wenzel:“Ein reines Umschaufeln ist diesmal nicht möglich. Wenn wir Sand Aufspülen, muss Sand angefahren werden.“

Quelle: Kieler Nachrichten

Von Astrid Schmidt

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