Was wird aus der Brandruine?

Traumlage, aber keine Gäste: im Juli 2018 brannten große Teile des Restaurants El Meson Playa (im Vordergrung) in Laboe ab. Ursache des Unglücks war vermutlich ein technischer Defekt. Bemühungen um einen provisorischen Weiterbetrieb scheiterten.

LABOE. Mitten in der Hauptsaison brannten im Juli vergangenen Jahres große Teile des Restaurants El Meson Playa in Laboe ab. Für den damaligen Pächter Thorsten Wriedt sowie Geschäftsführerin Michaela Klippel ein Desaster. Eigentümer Dieter Kopplin aus Schönberg jedoch versprach einen raschen Neuanfang durch einen provisorischen Betrieb auf der Außenterrasse, die erhalten geblieben ist, und einen Neubau während der Wintermonate. Knapp sieben Monate nach dem Unglück liegt die Ruine des Restaurants aber noch immer unberührt am Steilufer der Kieler Förde. Eigentlich hatte sich Dieter Kopplin alles ganz einfach vorgestellt. Schon kurz nach dem Unglück, dessen Ursache nach Angaben der Polizei vermutlich ein technischer Defekt war, wurde er aktiv, um einen Weiterbetrieb des Restaurants mit einer mobilen Küche auf der Terrasse zu ermöglichen. Doch seine Ideen scheiterten unter anderem wegen fehlender Toiletten an bürokratischen Hürden. „Wir hätten sehr viel Aufwand betreiben müssen“, sagt Kopplin. Auch für den geplanten Neubau gibt es Schwierigkeiten. Bereits im September 2018 hat der Eigentümer zusammen mit dem Heikendorfer Architekten Carlos Göttsch einen Bauantrag bei der unteren Bauaufsichtsbehörde des Kreises Plön eingereicht. Das Problem: Weil sich das Restaurant im Außenbereich befindet, ist das Bauen eigentlich unzulässig. Aber es gibt Lösungen. „Es handelt sich um einen Wiederaufbau der abgebrannten Gebäudeteile, jedoch mit einer neuen, zeitgemäßen und durchgängigen Gestaltung“, erklärt Carlos Göttsch. Nach Angaben des Kreises Plön weicht der geplante Wiederaufbau allerdings von dem ehemaligen Gebäude ab, da er Erweiterungen enthält, „die vor ihrer Zerstörung ohne Genehmigung errichtet worden sind“, heißt es in einer Pressemitteilung. Doch das Verfahren ist auch aufgrund des Standorts des Restaurants kompliziert: Das Landschaftsschutzgebiet und das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet rundum die Hagener Au erfordern laut Kreis einen besonderen Schutz. Eine Einschätzung des Zeitraums bis zur möglichen Baugenehmigung möchte der Kreis Plön daher nicht abgeben. Doch Dieter Kopplin ist vieldaran gelegen, dass es so schnell wie möglich weitergeht. „Das Restaurant ist mitseiner besonderen Lage am Wasser ein beliebtes Ausflugsziel“, sagt er. Außerdem gibt es neuerdings Ärger wegen der Reste aus dem abgebrannten Gebäudeteil, die als Schutthaufenhinter Bauzäunen liegen. Dem allgemeinen Verdacht, es könnten umweltschädliche Stoffe ins Meer gelangen, widerspricht Kopplin: „Das kann unmöglich passieren, weil längsseitig durch eine Wand alles zu ist.“ Und auch der Architekt bestätigt: „Es wurden bei Bodenuntersuchungen keine Auffälligkeiten gefunden. “Gegen Umwelt-Frevler, die den Schutthaufen für ihren eigenen Müll nutzen, geht Kopplin jetzt nach eigenen Angaben mit „regelmäßigen Kontrollen“ vor. Sobald die offizielle Baugenehmigung vorliegt, will der Eigentümer Nägel mit Köpfen machen. Das El Meson Playa soll wie bisher als familienfreundliches Restaurant mit guter Küche und Bistro sowie großer Außenterrasse geführt werden. Für das neue Objekt, so Kopplin, werde auch ein neuer Pachtvertrag geschlossen. „Wir sind mit dem alten Pächter Herrn Wriedt im Gespräch, aber auch mit anderen Bewerbern.“ Die bisherige Geschäftsführerin Michaela Klippel wollte sich dazu nichtäußern.

Quelle: Kieler Nachrichten

Von Nadine Schättler

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