Protest gegen geplante Parkautomaten

Anwohner und Ortspolitiker wenden sich gegen den Beschluss, Parkautomaten im Unterdorf aufzustellen. Foto Astrid Schmidt

 

LABOE. Anwohner in Laboe sind unzufrieden mit dem mehrheitlichen Beschluss der Gemeindevertreter, in der Parkstraße Parkautomaten aufzustellen. Sie fürchten, dass weitere folgen. Die Entscheidung fiel im Dezember, im April sollen die Automaten aufgestellt werden. Davon erhoffen sich die Gemeindevertreter in erster Linie eine Vervielfältigung der Parkmöglichkeiten im Unterdorf, in zweiter eine Einnahmeverbesserung. Doch die Anwohner sehen sich und alle Laboer dadurch massiv benachteiligt. „Das schadet allen Laboern. Wir vermissen eine Regelung, die die Situation der Einwohner berücksichtigt“, erklärt Christian Lantau aus der Parkstraße. „Die Parkstraße ist fast komplett eine Wohnstraße und bietet eine der letzten Möglichkeiten für Anwohner, Arbeitnehmer und Besucher des Unterdorfes, kostenlos und länger zu parken. Hier parken Laboer und Menschen, die hier arbeiten, zum Arzt, zum Markt oder in die Apotheke müssen“, sagt Lantau. Damit dürfte es mit den Automaten vorbei sein. Ziel sei es, die Diskussion wieder anzustoßen und die Ortspolitiker zur Umkehr zu bewegen. Dazu, so Lantau, müsse das Thema wieder auf die Tagesordnung der Gemeindevertreter gesetzt werden. „Der Beschluss muss aufgehoben werden“, erklärt Lantau. Er kritisiert auch, dass mit dieser Automatenregelung keine neuen Parkflächen erschlossen, sondern lediglich vorhandene umgewidmet und die Einwohner nicht beachtet werden. „Man kann doch nicht die Finanzstruktur eines Ortes durch Parkgebühren sanieren“, so Lantau. Dem pflichten Ortspolitiker Günter Petrowski (CDU) und Wilhelm Kuhn (SPD) nur bei. Sie unterstützen die Anwohner bei ihrem Ringen um „Gerechtigkeit“, wie auch Anwohnerin Christa Saager es fordert. Durch die Parkautomaten würden die Anwohner nun um die Möglichkeit eines Parkplatzes gebracht. Es sei aber aufgrund der alten Bausubstanz und der Struktur des Wohnquartiers nicht möglich, auf eigenem Grundstück Stellplätze zu errichten, so Lantau. Er selbst habe bereits einen zusätzlichen Stellplatz angemietet, um den eigenen Bedarf zu decken. Doch diese Regelung richte sich auch gegen andere Laboer, die aus dem Ober- ins Unterdorf zum Einkaufen kommen, so Lantau. Da reiche die sogenannte „Brötchentaste“ an diesen Automaten, die ein Parken für eine halbe Stunde kostenfrei zulässt, vor allem älteren Menschen kaum aus, um auf dem Wochenmarkt, im Drogeriemarkt und den anderen Geschäften am Probsteier Platz einzukaufen, sagt Günter Petrowski. Für den stellvertretenden Bürgermeister ist die „Idee“ nicht ausgereift und nicht weit genug durchdacht. „Denn eine Anwohnerregelung ist nicht vorgesehen. Dabei hätten als erste die Anwohner dazu gehört und die Verkehrsüberwacherin der Gemeinde befragt werden müssen“, meinte der CDUVorsitzende. Auch Wilhelm Kuhn (SPD) vermisst die „Ernsthaftigkeit“ dieses Beschlusses. „Wir brauchen ein Parkplatzkonzept für den gesamten Ort und nicht einen solchen Schnellschuss. Darin muss festgelegt werden, an welchen Standorten wie lange und für welche Gebühr geparkt werden darf“, meint der SPD-Vertreter. Der Beschluss war mit den Stimmen der Grünen, der LWG und des Einzelvertreters gefasst worden. Bürgermeister Marc Wenzel bestätigte, eine Anwohnerregelung sei derzeit nicht vorgesehen. Gleichwohl habe er Verständnis für die Sorgen der Anwohner. „Ich glaube, es ist wichtig, dieses Thema noch einmal in der Politik aufzugreifen“, sagt er. SPD und CDU-Vertreter kündigen nun an, einen gemeinsamen Antrag zu formulieren, um das Thema erneut in die Diskussion zu bringen. Die Anwohner wollen noch einen anderen Weg beschreiten: „Wir werden den drei Bürgermeisterkandidaten am 7. März in der Vorstellungsrunde die Frage stellen, wie sie mit dem Thema umgehen wollen“, kündigt Lantau an. Von Astrid Schmidt

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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