Die dritte Generation übernimmt das Zepter

Generationswechsel im Hotel Seeterrassen in Laboe. Foto Alev Doğan

 

LABOE. Generationswechsel im Hotel Seeterrassen in Laboe: Die beiden Schwestern Claudia Kürtz und Christine Gerdts haben je ein Drittel der Anteile des Restaurants und Hotels übernommen und werden gemeinsam mit ihrem Vater Ernst-Wilhelm Gerdts die Geschicke des Unternehmens leiten. Nach 20 Jahren haben sich ihre Tanten Karin Holst und Hanna Strugl aus der Leitung des Familienbetriebs verabschiedet. Nachdem die Familie das Hotel im Jahr 1968 gekauft hatte, ist es mit Claudia Kürtz und Christine Gerdts die dritte Generation, die nun das Zepter mitübernimmt. „Es war immer schon naheliegend, dass dieser Schritt irgendwann folgen würde“, sagte Christine Gerdts. „Aber vor dem Umfang hatte ich auch immer großen Respekt und war daher stets vorsichtig mit dem Gedanken, irgendwann einmal nicht nur für den Betrieb zu arbeiten, sondern ihn auch zu leiten.“ Die 32-jährige Hotelfachfrau war zuvor schon seit rund sieben Jahren in dem Familienunternehmen angestellt. „Das Hotel war schon immer mein Zuhause“, sagte ihre Schwester und Geschäftspartnerin Claudia Kürtz. „Niemand von uns hätte es mitansehen können, wie ein anderer Pächter es übernimmt. Wir hätten alle umziehen müssen.“ Keiner der Beteiligten wohnt weiter als 200 Meter von dem Hotel entfernt. Die Alternative, nämlich ein neuer Betreiber im gefühlt eigenen Zuhause, hätte täglich sozusagen vor der Nase ertragen werden müssen – „emotional nicht zu machen“, so Kürtz. „Und auch wirtschaftlich wäre es ein Fehler gewesen, das Hotel nicht zu übernehmen.“ Das Unternehmen stehe sehr gut da, sowohl Hotel als auch Restaurant seien beliebt bei Gästen, es gebe keinen Renovierunsgsstau. Deswegen wolle das neue Führungsteam auch keine besonderen Veränderungen vornehmen. „Es geht erst mal darum, den Status quo zu erhalten, Koch und Küchenteam zu behalten“, beschrieb die 36-Jährige die Übergangszeit. „So eine Firma zu übernehmen, ist immer mit Risiken verbunden – nicht zuletzt auch mit finanziellen“, erklärte Mentor Jörg Stolzenburg. Zusammen mit seinem Partner Hans-Günther Petersen hat er die Familie in der Zeit des Umbruchs unterstützt. „Wir waren Prozessbegleiter, haben in Fragen der Finanzierung, der steuerlichen Faktoren, der Verträge und Risiken beraten.“ Ein großer Teil dieses Prozesses sei nebst rechtlichen und steuerlichen Faktoren die emotionale, zwischenmenschliche Ebene gewesen – gerade weil es um einen Familienbetrieb ging. Ausgangspunkt der Veränderungen waren Karin Holst und Hanna Strugl, die sich mit 66 und 70 Jahren langsam nach dem Ruhestand sehnten. Holst: „Vor zwei Jahren suchten wir dann über die IHK Kontakt zu Mentoren.“ Zunächst war alles offen: verkaufen, verpachten, oder die Anteile innerhalb der Familie abgeben? Nach und nach kristallisierte sich im Laufe mehrerer Gespräche und Sitzungen heraus: Die Seeterrassen sind zu sehr Familiensache, um sie an Fremde zu übergeben. Von Alev Doğan

Quelle: Kieler Nachrichten

 

 

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