Sand weg, Dünen kaputt: Der Kreis hilft

Ein Beispiel für die Sturmschäden: Eine mächtige Abrisskante hat das Hochwasser in Laboe hinterlassen. Männer bergen ein Spielgerät. Foto Astrid Schmidt

 

KREIS PLÖN. Der Plöner Kreistag greift den von den Ostseestürmen betroffenen Küstenorten mit 500 000 Euro unter die Arme. Ein entsprechender Antrag von CDU, SPD, UWG und FDP fand am Donnerstag die große Mehrheit des Hauses. Allen war bewusst: Es muss langfristig etwas passieren, damit sich die Schäden mildern. Am klarsten formulierte Bernd Friedrich (Linke) diesen Gedanken. „Die Zeit der Reparaturen ist endgültig vorbei.“ Es müsse sich strukturell etwas ändern. Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, Lutz Schlünsen (SPD), brachte die Bedeutung der Strände und der Küste für den Kreis Plön auf einen prägnanten Nenner. „Ohne Sand kein Strand, ohne Strand keine Touristen.“ Schlünsen rief dazu auf, schnell zumindest ein Pilotprojekt zu starten, um zu testen, wie man den Sand an den Stränden halten könne. Man könne nicht lange warten. Werner Kalinka (CDU) brachte die Hilfe des Kreises in Relation zu der einen Million Euro, die das Land für die Beseitigung der Sturmschäden zur Verfügung stellt. Die 500 000 Euro des Kreises seien eine gewichtige Größenordnung. Sein Ziel: „Wir müssen ein gemeinsames Dach für Küstenschutz, Tourismus und Naturschutz finden.“ Er hatte auch eine andere Botschaft dabei. In einem Gespräch mit dem Wirtschaftsministerium hat er erfahren, dass die Kreishilfen nicht auf die Zuschüsse seitens des Landes angerechnet werden. Die Grünen lehnten die Hilfe für die Küstenorte in dieser Form ab. Fraktionsvorsitzender Axel Hilker wollte nur eine Nothilfe von 250 000 Euro bewilligt sehen. Weitere 250 000 Euro hätte er zur Verfügung gestellt, um langfristig Strategien zu entwickeln. „Der Kreis kann nicht jedes Jahr dem verschwundenen Sand Hunderttausende von Euros hinterherwerfen.“ An der Ostseeküste stoße die natürliche Dynamik auf menschliche Statik. Kai Bellstedt (SPD) forderte die Gleichbehandlung von Nordsee- und Ostseeküste. Er erinnerte an die Millionen Euro, die die Landesregierung für Sandvorspülungen vor Sylt ausgibt. Bellstedt hält die Finanzzusagen des Landes über eine Million Euro für zu niedrig. Angesichts der Gesamtschäden von 5,5 Millionen Euro müsse die Summe erhöht werden. Das Land müsse das Niveau von 2017 erreichen, wo immerhin zwei Millionen Euro aus Kiel zur Verfügung gestellt worden sind. Auch er kam zu dem Schluss: „Mit reinen Reparaturen kommen wir nicht mehr aus.“ AfD-Fraktionsvorsitzender Dennis Wamhoff sah Bund und Land in der Pflicht, sich an der Beseitigung der Schäden zu beteiligen. Er fordert Nachhaltigkeit bei der Gewährung von Hilfen. Landrätin Stephanie Ladwig unterstrich, dass auch kurzfristige Hilfen benötigt werden. Schönberg habe Schäden in Höhe von 700 000 Euro gemeldet, Laboe 800 000 Euro. Es liege eine große Last auf den Schultern der Küstengemeinden. Martin Wolf (FDP) sieht in der Wiederherstellung der Küsten die Sicherung des Tourismus im Kreis Plön. Ohne entsprechende Angebote würden die Gäste fernbleiben. Von der Wissenschaft erwartet er nachhaltige Lösungen für das Problem. Aus seiner Sicht sollte das Land mehr Verantwortung für die Beseitigung der Schäden übernehmen. Am Ende sprachen sich 36 Abgeordnete (CDU, SPD, FDP, UWG, AfD) für den Zuschuss des Kreises über 500 000 Euro aus. 14 Vertreter von Grünen, KWG und Linken lehnten ab. Von Hans-Jürgen Schekahn

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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