Alle drei wollen eine neue Schwimmhalle

Grundsätzlich waren sich die drei Bürgermeisterkandidaten einig: Die Schwimmhalle gehört zu Laboe, sie sollte dort am Strand neu errichtet und auch touristisch genutzt werden. Foto Astrid Schmidt

 

LABOE. Überraschend große Einigkeit in Laboe: Die drei Kandidaten für die Wahl zum Bürgermeister am 17. März sprachen sich grundsätzlich dafür aus, am bisherigen Standort der Laboer Schwimmhalle eine neue Halle zu bauen. Sie waren der Einladung des Fördervereins Pro Schwimmhalle in das Vereinsheim des Turnvereins Laboe gefolgt und unterschieden sich in ihren Aussagen nur in geringen Nuancen. Zwei von ihnen gehören schon seit Jahren der Gemeindevertretung an, die sich bisher nicht zur Schwimmhalle bekannt hatte. Da nahm es nicht wunder, dass viele im Saal von Sinneswandel sprachen. Manfred Krutzinna vom Vorstand des Fördervereins brachte es so auf den Punkt: „Wenn das vor sieben Jahren schon so gewesen wäre, hätten wir jetzt bereits eine neue Halle.“ Denn solange wird bereits über das Laboer Hallenbad diskutiert, das nach über 40 Jahren in vielerlei Hinsicht ein Sanierungsfall geworden war und seit Jahren den Laboer Gemeindehaushalt mit einem Defizit von rund 500 000 Euro belastet. Jedoch zwei Bürgerentscheide sorgten dafür, dass die Halle bis heute betrieben wird, wenn auch inzwischen mit deutlichen Einschränkungen in den Öffnungszeiten. Jeder Kandidat hatte zunächst fünf Minuten Zeit, sich zur Frage der Schwimmhalle in der Region zu positionieren. Inken Kuhn (SPD) erklärte, es sei klar, dass die Region eine Schwimmhalle für Schulschwimmen, Vereine und die Feuerwehren brauche, die Gemeinde Laboe diese aber allein nicht vorhalten könne. „Wir müssen uns mit den Umlandgemeinden zu einem Zweckverband zusammenschließen“, so Kuhn weiter. „Als Bürgermeisterin von Laboe werde ich mich für den Standort Laboe einsetzen und dafür, dass es nicht nur ein Lehrschwimmbecken, sondern auch eine Halle zur Daseinsvorsorge wird“, versprach sie. Der parteilose Heiko Voß, aufgestellt von den Grünen, erklärte eine „ganz persönliche Bindung“ an die Schwimmhalle. „Ich stehe für den mutigen Weg: eine neue Halle am alten Standort. Doch wir sollten auch dazu stehen, dass Laboe ein starkes touristisches Interesse hat und das müssen wir fairerweise auch unseren Partnern im Umland sagen.“ Er sehe den Zweckverband nicht als zwingend an und könne sich auch eine andere öffentlich-rechtliche Partnerschaft mit den Gemeinden vorstellen, so Voß. Er werde sich dafür einsetzen, „schon im Sommer einen bekennenden Beschluss in der Gemeindevertretung herbeizuführen“, versprach der Grünen- Kandidat. Günter Petrowski (CDU) betonte die mögliche Nutzung von Meerwasser für das Laboer Hallenbad. „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal in der ganzen Bundesrepublik. Aber wir dürfen den touristischen Zweck nicht vergessen und sollten die Halle etwas größer bauen als die jetzige, eventuell an einem Standort mit mehr Parkmöglichkeiten“, so Petrowski. Er sprach von einem „fairen Wettkampf“ zwischen Schönberg und Laboe um den Standort. Er werde um Laboe als Standort kämpfen. „Die Schwimmhalle gehört zur Skyline von Laboe“, meinte Petrowski. Wie berichtet, hatte Schönberg als Standort das dortige Schulzentrum in die Diskussion gebracht und dadurch einen Denkanstoß in Laboe gegeben. Daran erinnerte auch noch einmal der Schönberger Bürgermeister Peter Kokocinski, der sich ebenfalls zu Wort meldete. Auf die Frage von Moderator Martin Lätzel nach der Finanzierbarkeit waren sich alle einig: Die Baukosten seien nicht das Problem, auch gebe es verschiedene Fördertöpfe. „Das entscheidende sind die Betriebskosten. Die können wir mit einem Neubau sicher um 200 000 Euro reduzieren“, meinte Voß. Dass es keine Steuererhöhungen für die Laboer Bürger geben würde, mochte natürlich keiner der drei versprechen. Inken Kuhn wies aber darauf hin, dass zwei Bürgerentscheide für den Betrieb der Halle ja gezeigt hätten, dass die Bürger bereit seien, die Kosten auch weiterhin zu tragen. Petrowski appellierte: „Lasst uns nicht mehr schnacken, sondern anpacken.“ Von Astrid Schmidt

Quelle: Kieler Nachrichten 

 

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