Sanierung treibt Kirchengemeinde Laboe in die Schulden

 

LABOE. Das Gemeindehaus und das Pastorat in Laboe sind derzeit mit Baugerüsten versehen. Grund dafür ist die umfassende Sanierung der Gebäude, die komplett unter Denkmalschutz stehen. Das sorgte dann auch für mehr Aufwand und Abstimmung im Vorfeld, als angenommen, wie Rudolf Kohsiek vom Kirchengemeinderat bei einem Ortstermin erklärte. Pastor Daniel Kuhl hofft, zu Ostern sein Büro wieder beziehen zu können. „Nach langer Planung und aufwendigen Genehmigungsverfahren insbesondere im Hinblick auf den Denkmalschutz haben nun endlich die Arbeiten begonnen“, sagte Rudolf Kohsiek. Es werden sowohl die Pastoratsräume energetisch saniert als auch das Dach des gesamten Gebäudeensembles erneuert. Hinzu kommen Details, die den Vorgaben der Denkmalpflege entsprechen. Kostenvolumen: Rund eine halbe Million Euro. Damit verschulde sich die Kirchengemeinde „tiefgreifend“, denn die Herstellung der Gemeinderäume werde nicht bezuschusst, erklärte Kohsiek. Doch wenn man nun schon einmal angefangen habe, wolle man aufgrund der einheitlichen Optik auch das komplette Gebäude fertig stellen, so Kohsiek weiter. Es war bereits erklärtes Vorhaben, als der neue Pastor Daniel Kuhl im Dezember 2017 sein Amt antrat: Das Pastorat sollte von Grund auf saniert werden, der Pastor zunächst übergangsweise zur Miete in einer Wohnung wohnen. Doch dann, so berichtete Kohsiek, hätten sowohl das staatliche als auch das kirchliche Amt für Denkmalpflege darauf verwiesen, dass das gesamte Gebäude unter Denkmalschutze stehe. „Wir waren bisher davon ausgegangen, dass lediglich die Frontseite des Gemeindehauses denkmalgeschützt ist“, so Kohsiek weiter. Das bedeutete nun allerdings besondere Anforderungen an die Ausführung der Sanierungsarbeiten. Die damit einhergehenden Abstimmungen seien „sehr schwierig“ gewesen. So müssten unter anderem die Schornsteine, auch wenn sie nicht mehr in Betrieb seien, wieder aufgebaut werden. „Das war lange Streitpunkt. Aber die äußere Gebäudehülle muss so hergestellt werden, wie ursprünglich vorhanden“, erklärte Kohsiek den Grundsatz der Denkmalpflege. So müssten nun auch wieder Holzfenster und -türen verwendet werden. „Wir hatten uns eigentlich aufgrund des Pflegeaufwandes für Kunststoff entschieden, aber nun sind Fenster und Türen beim Tischler in Auftrag gegeben“, berichtete Kohsiek. Ebenso werden mit Blick auf das historische Vorbild die „kleinen Mauerkrönchen“ am Giebel des Pastorats wieder hergestellt. Die Übergangslösung für die Wohnung des Pastors und seiner Familie konnte vertraglich verlängert werden. Das Gemeindebüro, das derzeit mit einem halbierten Platzangebot auskommen muss, leiste seine Arbeit unter erschwerten Bedingungen unverändert. „Aber wir hoffen, dass zu Ostern das Büro des Pastors bezugsfertig ist und zum Jahresende die gesamten Arbeiten abgeschlossen sind, so Kohsiek. Von Astrid Schmidt

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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