Streit um Polizeigebäude in Laboe

Das Polizeigebäude soll wieder mit Leben gefüllt werden. Über das Wie allerdings wird seit langem diskutiert.

 

LABOE. Eigentlich wollen alle politischen Kräfte in Laboe dasselbe: Eine kurzfristige Lösung für die Offene Ganztagsschule und eine Nutzung für das seit zwei Jahren leer stehende ehemalige Polizeigebäude. Doch über den Weg dorthin gab es in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bildung, Soziales, Kultur und Sport eine längere Diskussion, die sich im Kreis drehte und auch nach einer Sitzungsunterbrechung ohne Ergebnis blieb. Derzeit läuft eine Befragung aller Nutzergruppen des Schulzentrums. Die soll nun abgewartet und Grundlage für ein Konzept werden. Der Vorstoß der Laboer Wählergemeinschaft (LWG), im ehemaligen Polizeigebäude das Jugendzentrum (liegt unmittelbar neben der Grundschule auf Schulgelände) unterzubringen und die freiwerdenden Räume dann für die Offene Ganztagsschule zu nutzen, lösten eine Grundsatzdebatte aus. Die SPD bezeichnete den Vorschlag der LWG als „Laboer Klein-Klein“ und forderte, ein Fachbüro mit einem Konzept für „die große Lösung“ zu beauftragen. Für den Übergang schlug die SPD das Aufstellen von Containern für die Mittagsversorgung vor, was abgelehnt wurde. Claudia Bern von der LWG sprach aus, was viele dachten: „Seit fünf Jahren hören wir von Schulleiterin Claudia Telli, wie akut die Lage ist. Seit fünf Jahren fahndet die SPD nach einer großen Lösung. Seit fünf Jahren ist nichts passiert. Wir können auch mal Dinge in Bewegung bringen.“ Die Grünen stimmten dem LWG-Vorschlag zwar grundsätzlich zu. Aber: „Wir können nichts auf den Weg bringen, bevor wir nicht diejenigen befragt haben, die es angeht“, sagte Anni Kowalski. Sie forderte, die Kinder und Jugendlichen dabei zu beteiligen. Zudem erinnerte sie an den Fragebogen, den die Grünen bereits im Herbst federführend auf den Weg gebracht hatten. Unklar blieb, weshalb dieser Fragebogen, der eine Erhebung des Raumbedarfs und der Wünsche aller Nutzer des Schulzentrums (Vereine, Volkshochschule, Offene Ganztagsschule, Jugendzentrum, Schule) zum Inhalt hatte, erst vor wenigen Tagen tatsächlich verschickt worden war. Diese Befragung, so Kowalski weiter, müsse dann Grundlage für ein Gesamtkonzept sein. Damit konnten sich die Grünen durchsetzen. Die Auswertung des Fragebogens (bis 19. April Rücklauffrist) soll nun abgewartet werden. Die LWG stimmte dem zu und zog ihren Antrag zurück. Der SPD-Antrag wurde abgelehnt. Bürgermeister Marc Wenzel betonte, es sei dringend notwendig, räumlich eine kurzfristige Lösung zu schaffen. Und: „Wir müssen auch dringend das leerstehende Gebäude einer Nutzung zuführen“, so Wenzel weiter. Jürgen Dräbing vom Amt Probstei wies darauf hin, dass auch baurechtliche Dinge zu klären seien. So sei eine Nutzungsänderung notwendig, wenn aus einem Jugendzentrum ein Schulgebäude werden soll, so der Verwaltungsfachmann. Er regte an, eventuelle Doppelnutzungen von Räumlichkeiten des Jugendzentrums sowie der Offenen Ganztagsschule zu prüfen, da Schüler und Jugendliche zu unterschiedlichen Zeiten die Räume benötigten. Einig waren sich alle Fraktionen, den Sperrvermerk für eine Leitungsstelle in der OGTS aufzuheben, damit für das neue Schuljahr rechtzeitig die Ausschreibung erfolgen könne. Im laufenden Haushalt stehen 42 000 Euro dafür bereit. „Damit werten wir qualitativ die Offene Ganztagsschule auf“, erklärte der ehrenamtliche Bürgermeister Marc Wenzel. Eine entsprechende Gebührenanpassung in Folge der höheren Personalkosten soll in der nächsten Ausschusssitzung beraten werden.

Quelle: Kieler Nachrichten

 

Zurück