Strahlender Sieger

Heiko Voß aus Kiel wird neuer Bürgermeister in Laboe. Der parteilose Kandidat der Grünen gewann die Wahl mit deutlicher Mehrheit

 

LABOE. Die Laboer haben gewählt: Ihr neuer hauptamtlicher Bürgermeister wird Heiko Voß heißen. Der parteilose Kandidat der Grünen holte auf Anhieb 67,88 Prozent der Stimmen. Inken Kuhn (SPD) erhielt 16,13 Prozent, der CDUKandidat Günter Petrowski 15,98 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 61,59 Prozent. Er hatte zuvor einen „Hauch Hoffnung, dass die Entscheidung in der Hauptwahl fällt“, nun war er sichtbar überwältigt von dem deutlichen Ergebnis. „Damit habe ich nicht gerechnet, es ist sehr emotional, es ist eine Riesenüberraschung, aber auch eine Riesenverantwortung.“ Es waren zwei spannende Stunden von der Schließung der Wahllokale bis zum Ergebnis: Doch schon bei den Zahlen aus dem ersten Wahllokal ging die Farbe Grün ab wie eine Rakete. Denn es hatte angesichts der drei Kandidaten wohl kaum einer damit gerechnet, dass bereits im ersten Wahlgang über den neuen Bürgermeister entschieden würde. Doch die Laboer haben ein überaus deutliches Votum abgegeben: Heiko Voß, Verwaltungsfachmann aus Kiel, 55 Jahre alt, geschieden, zwei erwachsene Kinder, soll ihr neuer hauptamtlicher Bürgermeister sein. Sie entschieden sich nicht für einen der beiden Laboer Kandidaten, die bereits über einige Jahre Erfahrungen in der Gemeindevertretung verfügen. Sie wählten mit großer Mehrheit einen Kandidaten von außen, einen Verwaltungsfachmann, der zwar in Laboe aufgewachsen ist, aber 20 Jahre lang in Kiel im Landtag wirkte. Voß hatte im Laboer Rathaus seine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten gemacht, war Leiter der Gemeindekasse, absolvierte die zweite Angestelltenprüfung und war 17 Jahre lang Leiter des Bau- und Ordnungsamtes in Laboe. 2001 wechselte er nach Kiel in den Landtag und ist dort bis heute zuständig für die Organisation und Abwicklung der parlamentarischen Arbeit, ist Ansprechpartner für Ministerien, Abgeordnete und Fraktionen. In seiner Vorstellung hatte er immer wieder seine überparteiliche Haltung betont, auch wenn er für die Grünen ins Rennen gegangen war. Voß war sichtlich überwältigt von der Deutlichkeit seines Wahlergebnisses. „Ich konnte das vorher überhaupt nicht einschätzen“, sagte Voß. Für Inken Kuhn war es ein bitteres Ergebnis. „Ich bin enttäuscht“, sagte sie. Woran es gelegen hatte, vermochte sie nicht zu sagen. „Das muss ich erst einmal verarbeiten“, so die 47-Jährige. Günter Petrowski (CDU) war „überrascht von dem Wahlergebnis“ und wollte „das erst einmal sacken lassen“, sagte er. Man werde die Wahl in der Fraktion aufarbeiten, Ursachen sehe er nicht, sagte der CDU-Vorsitzende. Gleichwohl könne er den Wählern eines versprechen: „Ich werde meine Verantwortung als gewählter Gemeindevertreter auch weiter wahr nehmen.“

Quelle: Kieler Nachrichten /OHZ

 

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