Jubel und Enttäuschung

Heiko Voß aus Kiel wird neuer Bürgermeister in Laboe. Seine Mitbewerberin Inken Kuhn (SPD) gratuliert zum Erfolg. Im Hintergrund freut sich seine Partnerin Dagmar Rutkowski.

 

LABOE. Die Grünen in Laboe und ihr parteiloser Kandidat Heiko Voß haben am Sonntagabend allen Grund gehabt, ausgelassen zu feiern. Der 55-Jährige schoss bei der Bürgermeisterwahl, wie berichtet, mit seinem Ergebnis quasi durch die Decke und holte auf Anhieb rund 68 Prozent der Stimmen. Am Tag danach kann er es immer noch kaum fassen und sieht sich am Ziel seiner Wünsche. Denn er wollte nach 20 Jahren Kieler Landtag „zurückkehren“ nach Laboe, wo er sein Arbeitsleben als Auszubildender in der Gemeindeverwaltung begonnen hatte. „Es ist für mich ein wunderbares Gefühl“, sagte Voß ergriffen. Doch er weiß auch, dass dieser Erfolg eine „Riesenverantwortung“ ist, die er sehr gern übernehme, wie der Verwaltungsfachmann sagte. Ein erster Schwerpunkt werde das Thema Schwimmhalle sein. Auch wenn er „keine Versprechungen“ gemacht habe, hatte er doch eines ganz deutlich verkündet: Er werde bis zum Sommer eine beschlussreife Entscheidung in der Gemeindevertretung vorbereiten, um sich für den Standort Laboe und einen Neubau einer Schwimmhalle auszusprechen. Zudem hatte er betont, er werde auch den Mut haben, den Umlandgemeinden zu sagen, dass Laboe dabei auch den Faktor Tourismus „ganz klar“ im Fokus habe. Dementsprechend hatte er sich auch in einer Gesprächsrunde mit dem Förderverein pro Schwimmhalle geäußert. Für die Laboer Kandidaten Inken Kuhn (SPD) und Günter Petrowski (CDU), die beide rund 16 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnten, beginnt die Suche nach der Ursache ihres Scheiterns. Beide zeigten sich enttäuscht darüber, dass sie mit ihren Konzepten und Argumenten nicht so punkten konnten, wie sie gehofft hatten. In einem unterscheiden sie sich in der Folge ihres Wahlkampfes. Inken Kuhn hatte Mandat und Ämter niedergelegt, um sich auf ihre Wahlziel vorzubereiten. Somit kann die 47-Jährige Agraringenieurin in dieser Wahlperiode nicht mehr in der Gemeindevertretung mitarbeiten. Anders Günter Petrowski: Er setzt seine Arbeit für den CDUOrtsverein als Vorsitzender ebenso fort, wie die als CDUFraktionsvorsitzender und Gemeindevertreter. „Ich kann die Ursachen nicht ausmachen, aber ich bin gewählter Gemeindevertreter und werde auch weiterhin Verantwortung übernehmen. Der Ort liegt mir am Herzen und ich habe sehr viel positives Feedback erhalten. Wer kämpft, kann verlieren, aber wer nicht kämpft, der hat schon verloren“, sagte Petrowski. Die Laboer wählten seit 2013 den fünften Bürgermeister. Vor sechs Jahren zog der Grünen- Bonus und Michael Meggle wurde Sieger unter insgesamt fünf Kandidaten. Die Amtszeit währte nur wenige Tage, dann wurde die Satzung geändert und Laboe schwenkte um auf das Ehrenamt. Walter Riecken (SPD) übernahm. Als dieser starb, folgte Ulrike Mordhorst (SPD). Sie wurde 2017 von Marc Wenzel (Grüne) abgelöst, der mit seiner Partei bereits mit dem Ziel angetreten war, die Satzung erneut zu ändern – zurück zum Hauptamt. Das ist jetzt mit Heiko Voß (parteilos) am Zuge. Ein großes Lob für die Wahlbeteiligung von rund knapp 62 Prozent gab es von Gemeindewahlleiter Sönke Körber. Ebenso hob er den Einsatz der ehrenamtlichen Wahlvorstände hervor. „Es war das erste Mal, dass wir niemanden zwangsverpflichten mussten“, erklärte Körber. Von Astrid Schmidt

 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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