Wasserstandsbericht aus Laboe

Der parteilose Einzelvertreter Karl-Christian Fleischfresser (links) verweist in der Diskussion um den richtigen Standort für die Schwimmhalle auf das vorliegende Gutachten.

 

LABOE. Einen „Anschub für den Zweckverband zur Schwimmhallenversorgung in der Probstei“ wollten die Vertreter der SPD geben. „Wir sollten mutig voran gehen“, meinte Thomas Eschenlauer (SPD) in der Sitzung des Werkausschusses Hafen, Tourismus, Schwimmhalle. Auch alle anderen Fraktionen sind sich einig: „Ja. Es muss endlich voran gehen“. Dennoch gab es eine kontroverse Diskussion um den Standort, das vorliegende Gutachten und das weitere Vorgehen. Fest steht bisher eines: Zwei Gemeinden haben ihr Interesse als Standort für ein neues Hallenbad bekundet: Laboe und Schönberg. Der SPD-Antrag: die Gemeinde Laboe soll mit der Gemeinde Schönberg für die Gründung eines Zweckverbandes Kontakt aufnehmen. Das war den anderen Fraktionen zu kurz gesprungen. Die Grünen betonten, man dürfe sich nicht nur auf die Zusammenarbeit mit Schönberg festlegen, sondern müsse mit „allen unterstützungswilligen Gemeinden“ einen Zweckverband oder eine andere Gesellschaftsform gründen, um die Kosten auf viele Schultern zu verteilen, erklärte Martin Opp (Grüne). Zuvor hatte Thomas Eschenlauser beklagt, seit der Zusammenkunft einiger Bürgermeister der Ämter Probstei und Schrevenborn am 22. November sei „nichts weiter passiert“. Auf seine mehrfach wiederholte Frage, welche Gemeinden sich denn bereits klar zu einem Zweckverband bekannt hätten, gab niemand eine Antwort. „Ohne Zweckverband kommen wir nicht weiter. Wir sind fassungslos“, erklärte Eschenlauer. Der SPD-Vertreter wurde schließlich vom Ausschussvorsitzenden Michael Meggle (Grüne) ermahnt, sich an die Regeln für die Wortbeiträge in der Sitzung zu halten. Für den parteilosen Einzelkandidaten Karl-Christian Fleischfresser war die Standortfrage klar. Er wies auf das von der Gemeinde bezahlte Gutachten hin, in dem eine eindeutig positive Aussage zum Standort Laboe stehe. „Wozu dann noch eine Studie?“, so Fleischfresser. „Bitte, liebe SPD, zieht den Antrag zurück. Wir sind mit den bereits bestehenden Beschlüssen schon viel weiter“, so der fraktionslose Vertreter. Die LWG riet dringend davon ab, sich bereits auf den Standort Laboe festzulegen, da ansonsten wohl kaum eine Beteiligung anderer Gemeinden in einem Zweckverband zu erwarten sei, erklärte Claudia Bern. Sie wies die Kritik der SPD zurück, denn die Gespräche mit dem Umland seien „so weit gediehen wie noch nie“. Die Gemeinde Laboe habe sich 2017 dazu bekannt, sich an einem Zweckverband zu beteiligen und auch Geld für den Betrieb eines Hallenbades bereit zu stellen, erinnerte sie an einen einstimmig gefassten und gültigen Beschluss. Nach einer Sitzungsunterbrechung fiel die Entscheidung ohne die Stimmen der SPD: Die Gemeinde werde ihre bereits abgegebene Erklärung zum Schwimmstandort in der Region erneuern. Voraussetzung sei die Gründung einer Anstalt des öffentlichen Rechts für den Betrieb, zum Beispiel eines Zweckverbandes. Der Bürgermeister soll die Grundlagen für die Gründung einer geeigneten Gesellschaftsform prüfen und mit allen unterstützungswilligen Kommunen Kontakt aufnehmen. Der Bürgermeister wird auch beauftragt, die Kostenschätzung zu aktualisieren und eine Machbarkeitsstudie zu erfragen. Die sollen der Gemeindevertretung vorgelegt werden. Von Astrid Schmidt

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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