Suche nach Schäden am Ehrenmal

 

LABOE. Das Marine-Ehrenmal in Laboe ist zwecks Begutachtung eingerüstet. „Letzte Woche wurden in einer Begutachtungsphase die Fassade und die Fugen überprüft“, erklärt Mike Brach, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Marinebundes, der für das Ehrenmal verantwortlich ist. Anlass für die Überprüfung waren laut Brach Witterungsschäden im Winter. Deshalb muss die Fassade auf ihre Wasserdichtigkeit geprüft werden. Für die Besucher bleibt momentan alles wie gehabt – die Aussichtsplattform des 83 Jahre alten Denkmals ist von den Maßnahmen nicht betroffen. Zwar wird das Gerüst kommende Woche wieder abgebaut, aber „Folgearbeiten sind wahrscheinlich“. Schon im kommenden Jahr könnten Sanierungen notwendig sein. „Jedoch müssen hierzu erst einmal alle Messergebnisse vorliegen, sowie die Finanzierung geklärt sein“, sagt Brach. Das Marine-Ehrenmal wurde zuletzt in den 1990er-Jahren saniert – von 1993 bis 1998 wurde hier gewerkelt. Damals wurden an der verklinkerten Fassade aufwendige Verfugungsarbeiten durchgeführt. Weitere Sanierungen am Turm und an den Freiflächen waren nötig. Mehr als vier Millionen Mark kosteten damals die Reparaturen, die der Deutsche Marinebund mit Eintrittsgeldern und Spenden bezahlte. Weder Landes- noch Bundesmittel konnten für die damalige Aktion gewonnen werden. Für eine kommende Sanierung sieht es nicht viel besser aus: Allein die Begutachtung der möglichen Schäden geht in einen hohen fünfstelligen Bereich. Das Marine-Ehrenmal wird ohne jährliche Zuwendungen von Gemeinde, Land oder Bund vollständig durch den Marinebund und Spenden an den Verein getragen. „Diese Summen müssen erst mal aufgebracht werden“, sagt Brach. Ohne eine große Spendenbereitschaft wäre der Unterhalt des Gebäudes nicht finanzierbar. Hoffnung gibt es derweil für das Oberlicht des Verbindungstunnels. Das Licht in der historischen Gedenkhalle ist seit einem Jahr kaputt. Die Reparaturkosten belaufen sich auf 140 000 Euro. Hier gibt es überraschend Hilfe vom Bund. Durch das Denkmalschutzsonderprogramm gibt der Bund die Hälfte der Summe dazu – 70 000 Euro. Ein Glücksfall für Laboe, denn für das Programm wurden mehr Denkmäler angemeldet, als Gelder zur Verfügung standen. Beim Deutschen Marinebund ist die Freude groß: „Die 70 000 Euro helfen enorm bei der Sanierung“, sagt Mike Brach. Die Bundestagsabgeordnete Melanie Bernstein (CDU) ist ebenfalls zufrieden mit der Förderung: „Das ist ein tolles Signal für den Denkmalschutz im Kreis Plön!“ Auch für den Bismarckturm in Lütjenburg gab es eine Förderung, die Höhe der Summe beläuft sich hier auf 300 000 Euro. Allerdings gäbe es noch weitere Denkmäler, die dringend saniert werden müssten. Wann es mit der Fassade in Laboe losgehen kann, ist noch nicht sicher, dafür müssen noch die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung abgewartet werden – und die Finanzierung geklärt werden. Von Frida Kammerer

Das Marine-Ehrenmal in Laboe

Sieben Jahre Bauzeit brauchte das Marine-Ehrenmal in Laboe, bis es 1936 fertig war. Die Kosten lagen bei damals 700 000 Reichsmark. Mit 72 Metern Höhe liegt es 85 Meter über dem Meeresspiegel der Ostsee. 341 Treppenstufen sind es bis zur Aussichtsplattform. Erstmals wurde das Bauwerk von 1993 bis 1998 saniert. Träger ist der Deutsche Marinebund. Zunächst war das Denkmal nur für die Verstorbenen im Ersten Weltkrieg gedacht, später wurde die Bedeutung vom Krieg weggelenkt. Jetzt ist es allen auf See gebliebenen Seefahrern gewidmet. 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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