Keine Mehrheit für rechts vor links

 

LABOE. In der Strandstraße in Laboe soll es keine geänderte Vorfahrtregelung geben. Dort gibt es derzeit ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern. Die SPD hatte beantragt, dort die Vorfahrt in eine Rechts-vor- Links-Regelung zu ändern. Dieser Vorstoß fand keine Mehrheit. Auch der Antrag des Einzelvertreters Karl-Christian Fleischfresser, an der Bullbrücke den Verkehrsschwerpunkt durch ein Rechts-Abbiege-Gebot zu entzerren, kam nicht zum Zuge. Er regte an, ein Verkehrsexperte solle die Ortspolitiker einmal grundsätzlich beraten. Es war bereits mehrfach Thema, die Strandstraße vor allem in der Hauptsaison zu entlasten. Ende 2018 war der Bürgermeister Marc Wenzel beauftragt worden, die Voraussetzungen für eine Vorfahrtregelung zu prüfen. „Wir müssen einen Antrag an die Verkehrsbehörde stellen“, erklärte Wenzel. Doch sein persönliches Anliegen sei es, die dort vorhandene Hauptstraßenregelung beizubehalten. Damit vertrat er auch die Meinung der Grünen-Fraktion, die auf die Sicherheit vor allem von Radfahrern abzielte. Auch die Laboer Wählergemeinschaft (LWG) stimmte der Regelung nicht zu. „Grundsätzlich ist rechts vor links sicher eine Maßnahme zur Verkehrsberuhigung, aber es kommt dadurch vor allem für die vielen Radfahrer im Sommer zu gefährlichen Situationen“, meinte Beke Schöneich- Beyer (LWG). Gegen die Änderung der Vorfahrt in der Strandstraße votierte auch die CDU. Er sehe vor allem in der Saison die Gefahr eines Rückstaus bis zum Katzbek, erklärte Günter Petrowski. Mit zehn zu zwei Stimmen wurde der Antrag abgelehnt. Einen weiteren Verkehrsschwerpunkt sehen die Gemeindevertreter in dem Knotenpunkt der Ein- und Ausfahrt Gewerbegebiet Bullbrücke und Brodersdorfer Weg. Dort gebe es nicht nur in der Saison Probleme mit dem Abbiegen nach links in den Ort, sondern auch zu ganz normalen Zeiten, denn viele Einwohner der umliegenden Gemeinden führen in das Einkaufszentrum und wieder hinaus. Fleischfresser schlug vor, dort beim Ausfahren das Abbiegen nach rechts in Richtung Kreisel vorzugeben. So käme es nicht zu einem Rückstau und die Menschen, die nach Laboe hinein wollten, könnten über den Kreisel fahren. Damit wäre ein flüssiger Verkehr gegeben, erläuterte er. Dem Argument konnten die Vertreter zwar folgen, aber ein Umweg über den Kreisel hinein in den Ort mochten die Grünen aus Umweltschutzgründen nicht zustimmen. „Wer dort länger steht und nicht links abbiegen kann, nimmt ganz automatisch den Weg über den Kreisverkehr“, meinte Anni Kowalski (Grüne). Auch die LWG meinte, diese Lösung sei zunächst „ganz charmant“ gewesen, aber nach längerem Nachdenken wollte ihre Fraktion davon Abstand nehmen, meinte Beke Schöneich- Beyer. Die CDU regte an, auch die beiden großen Betriebe des Gewerbegebiets mit ins Boot zu holen. Fleischfresser zog seinen Antrag schließlich zurück. Wünschenswert sei eine Beratung durch einen Verkehrsexperten. Er solle einmal Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssituation unterbreiten, waren sich alle einig. Von Astrid Schmidt

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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