„Ich sehe Laboe als Schwimmbad-Standort“

Rückkehr zum Hauptamt: Heiko Voß ist neuer Bürgermeister in Laboe. Der 55-jährige wurde am Mittwochabend vereidigt und tritt am 1. Juni sein Amt an

Heiko Voß (parteilos) ist der neue Bürgermeister im Ostseebad Laboe. Der 55-Jährige wurde am Mittwochabend vor rund 60 Zuschauern in der Sitzung der Gemeindevertreter vereidigt und tritt am 1. Juni sein Amt an. Die wichtigste Aufgabe sieht er im Thema Schwimmhalle, wie er in einem Interview erklärte.
Sie haben in den Vorstellungsrunden gezeigt, dass Sie ein sehr emotionaler Mensch sind. Was empfinden Sie jetzt so an der Startlinie?
Heiko Voß:
Ich sehe die Ernennungsurkunde als weiteres Zeichen für eine rasante und spannende Reise an. Es hat sich für mich in ganz kurzer Zeit so viel geändert. Meine Partnerin und ich wohnen bereits seit April in Laboe, ich konnte meine Gemeinde jetzt einen Monat genießen und es fühlt sich stimmig an. Doch jetzt spüre ich auch Ungeduld, möchte loslegen, an die Arbeit gehen.
Wie wird Ihr erster Arbeitstag, der 1. Juni, sein?
Es wird der Tag des Kennenlernens sein. Aber es ist auch ein Wiedersehen mit dem Büro im Rathaus. Dort habe ich schließlich meinen beruflichen Werdegang begonnen. Jetzt fühle ich mich alt genug, dorthin zurückzukehren. Das ist für mich sehr spannend, denn es sind andere Vorzeichen. Unsere alte Verwaltung von damals gibt es nicht mehr. Ich beschäftige mich sehr mit dem – für mich neuen – Verhältnis zwischen Amt und Gemeinde.
Wo setzen Sie Prioritäten?
Das Thema Nummer eins ist die Schwimmhalle. Ich bin bereits von Marc Wenzel in dessen Gespräche mit dem Schönberger Bürgermeister eingebunden worden. Wir, die beiden großen Gemeinden im Amt, sollten gemeinsam die nächsten Schritte vorbereiten, Chancen ausloten und ein starkes Zeichen an die anderen Gemeinden setzen, um dann auch mit den Umlandgemeinden sogleich in den Dialog zu kommen.
Sind Sie für eine Schwimmhalle in Laboe?
Es gibt für mein Handeln eine klare Beschlusslage, auch wenn sie von meiner eigenen persönlichen Haltung abweicht. Ich persönlich sehe Laboe als Standort und auch eine touristische Ausrichtung als gut und richtig. Aber der Beschluss der Selbstverwaltung ist eindeutig: Er legt sich nicht auf den Standort Laboe fest, schließt ihn aber auch nicht aus. In meinem Handeln als Bürgermeister jedoch soll immer klar erkennbar sein, dass Beschlüsse die Grundlage sind. Ein wichtiges Thema ist auch die Struktur und Organisation des Eigenbetriebes. Dazu gibt es ein Gutachten, auf dessen Ergebnis ich sehr gespannt bin.
Wo sehen Sie für sich eine Herausforderung?
Ganz klar: Mehrheiten in der Politik zu finden. Mehrheiten für Vorhaben, die ich verwirklichen möchte, um den Ort zu gestalten. Denn ich kann die schönsten Ideen entwickeln – wenn ich die Politik nicht überzeugen kann, kann ich sie nicht umsetzen.
Gibt es schon eine solche Idee?
Nein, nicht konkret. Ich stelle zuerst einmal nicht das Gestalten in den Vordergrund, sondern ich möchte erst einmal die anstehenden Themen ordnen und Vertrauen zu den Fraktionen aufbauen. Ich freue mich auf die ersten Termine und Vorgespräche, in denen jeder sagen kann, welche Position er hat. Denn ich möchte erreichen, dass die Ausschüsse keine Großkampftage sind. Ich bin jemand, der sehr viel Vertrauen vorschießt, auch wenn ich dabei manchmal auf die Nase falle. Aber ich bin keiner, der dreimal um die Ecke denkt. Doch im Moment ist das noch alles Theorie. Mal sehen, wie es nach den ersten 100 Tagen aussieht.
Interview: Astrid Schmidt

Daten zur Person
Der neue hauptamtliche Bürgermeister Heiko Voß ist 55 Jahre alt, parteilos und Kandidat der Laboer Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Er hat zwei erwachsene Kinder und wohnt seit April in Laboe.
- geboren in Oldenburg, Kindheit in Heikendorf
- kam als Zwölfjähriger mit den Eltern nach Laboe
- Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten bei der Gemeinde Laboe, es folgte die zweite Angestelltenprüfung
- 20 Jahre im Laboer Rathaus tätig als Leiter der Gemeindekasse und Leiter des Bauamtes
- Wechsel zum Kieler Landtag: Voß hatte dort ein Querschnittsamt in der Landtagsverwaltung inne.

Quelle: Kieler Nachrichten

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