Laboe ringt ums schnelle Internet

Sie sind die Multiplikatoren, die sich auf Initiative von Reimer Eickmeier (von rechts) gefunden haben: Annette Kleinfeldt, Volker Arp, Bernd Schmidt, Carsten Leonhardt, Jens Zywitza und Wilhelm Kuhn.

Laboe. Das war für die Bürgerinitiative rund um Reimer Eickmeier eine große Motivation: Rund 400 Laboer waren der Einladung gefolgt und informierten sich über die Möglichkeiten, ein schnelles Internet zu bekommen. Spätestens 2022 könnte das Glasfasernetz stehen, wenn denn 950 Verträge abgeschlossen werden. Doch bis dahin ist es ein langer Weg. Das wurde in der Informationsveranstaltung noch einmal sehr deutlich. „46 Verträge haben wir bisher, das ist wenig“, sagte Eickmeier. Er wisse allerdings, dass viele ihre Unterlagen auf dem Tisch haben, sie nur noch nicht abgegeben haben. Es sei für den Ort wichtig, jetzt nicht abgehängt zu werden. „Die Feriengäste fragen erst nach dem WLAN-Schlüssel, dann nach dem Wohnungsschlüssel“, sagte der Makler und Ferienwohnungs-Vermieter. Mit Eickmeier warben die sogenannten Multiplikatoren für den Schritt zum schnellen Internet. Wilhelm Kuhn sagte, er wolle helfen, den Ort in Sachen Telekommunikation zukunftsfähig zu machen und den Wert der Immobilie zu erhalten. Jens Zywitza erklärte, er sei es leid, ständig Störungen und zu geringe Übertragungsraten zu haben. Bernd Schmidt und Annette Kleinfeldt führten die Frage des Home Office ins Feld. „Das funktioniert nur mit Breitband“, so Schmidt. Auch Volker Arp und Carsten Leonhardt appellierten an die Laboer, die Technik der Zukunft nicht vorbeiziehen zu lassen. Hintergrund: Der Breitband-Zweckverband Probstei als öffentliche Hand kann aus rechtlichen Gründen nicht auf Laboer Gemeindegebiet tätig werden, da bereits private Anbieter vorhanden sind. Das führte nun dazu, dass die Firma TNG, die in den Probstei-Gemeinden die notwendige Quote erreicht hatte, dort im Auftrag des Zweckverbandes das Glasfasernetz bauen will. „Wir können uns doch nicht abhängen lassen“, hatte Reimer Eickmeier, Geschäftsmann aus Laboe gesagt, und, wie berichtet, die Initiative ergriffen, selbst bei den Laboern für den Ausbau zu werben. Er konnte Mitstreiter, die sogenannten Multiplikatoren, gewinnen, die nun bis 14. Juli mindestens 950 Verträge akquirieren müssen, damit TNG im Laboer Ortsgebiet tätig wird. Im Neubaugebiet Krützkrög baut die Kieler Firma ebenfalls das Glasfasernetz, im Rest des Ortes soll im Erfolgsfall aber ein autarkes Netz entstehen, sagte Marketingchef Martin Stadie auf Anfrage aus dem Publikum. Viele Zuhörer schrieben fleißig mit, nahmen Antragsformulare mit und stellten ihre Fragen: Können wir ein vorhandenes Netzwerk weiter nutzen? Ja, antwortete Stadie, wenn es dem aktuellen Stand der Technik entspreche. Auf die Frage, was mit den bestehenden Verträgen zu Telekommunikationsanbietern werde, erklärte Stadie, seine Firma übernehme die Kündigungen und die Portierung der Telefonnummer. „Unsere Verträge greifen erst, wenn alte Verträge ausgelaufen sind und wir auch die Leistung zur Verfügung stellen können“, so der Fachmann. Das werde spätestens 2022 der Fall sein, kündigte er an. „Heißt das, ich schließe jetzt den Vertrag und bekomme 2022 den Anschluss?“, fragte ein Zuhörer nach. Ja, das sei dem Verfahren geschuldet. „Wir bauen das Netz ja erst auf, wir hängen damit auch am Netzbau in der Probstei“, erklärte Stadie. Er informierte auch über spezielle Konditionen für Vermieter in Mehrfamilienhäusern, riet aber allen Mietern, den Kontakt zwischen Vermietern und TNG zu vermitteln. Die Mehrfamilienhäuser seien gerade in Laboe ein großes Thema. Daher liege auch die Frist weiter hinten als der 14. Juli. Reimer Eickmeier zeigte sich angesichts der „riesigen Resonanz der Laboer auf die Veranstaltung hoch motiviert. Er kündigte weitere Beratungs- und Informationstermine in der Lesehalle, auf dem Wochenmarkt und vor dem Einkaufszentrum an. „Wir schaffen das“, ist er überzeugt.
Quelle: Kieler Nachrichten

 

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