Die Kontrolleure kommen zurück

Für die Urlauberin Adrienne Gegeny ist es selbstverständlich, eine Strandgebühr zu entrichten

Laboe. Die Gemeinde Laboe will zur Saison wieder Strandkontrolleure einsetzen. Allerdings auf andere Weise als bisher: Wie Bürgermeister Heiko Voß betonte, liege der Schwerpunkt auf Service und Beratung. Derzeit werden geeignete Kräfte gesucht. Im Ostseebad sollen in dieser Saison 450-Euro-Kräfte auf besondere Weise dafür sorgen, dass die Strandbesucher ihre Strandkurabgabe auch wirklich bezahlen. Das beschlossen die Mitglieder des Werkausschusses Hafen, Tourismus und Schwimmhalle. Die Einnahmen aus der Strandkurabgabe belaufen sich im Jahr auf rund 92 000 Euro. Das ist eine echte Größe im Wirtschaftsplan des Eigenbetriebes. Damit das auch so bleibt, sollen auch in dieser Saison Strandkontrolleure zum Einsatz kommen. Doch der Bürgermeister warb um einen „Paradigmenwechsel“. Denn statt Kontrollen am Strand mit dem Kassieren von Strafgebühren soll es eine freundliche Ansprache und Betreuung, Hilfestellung und Beratung der Gäste geben. Die Mitarbeiter sollen ihren Dienst bereits an den Zugängen zu den abgabepflichtigen Strandbereichen verrichten. Dementsprechend sollen die künftigen Service-Mitarbeiter geschult werden. Doch dafür, so räumte der Bürgermeister ein, müssten natürlich auch geeignete Mitarbeiter gefunden werden. Mit seiner Anregung stieß er bei den Vertretern des Ausschusses auf offene Ohren. Die folgten aber auch dem Vorschlag von Günther Petrowski (CDU), parallel zur Mitarbeitersuche zu prüfen, inwieweit diese Aufgaben auch an eine externe Firma vergeben werden können. Jan Plagmann (LWG) warf die Frage auf, ob private Unternehmen öffentliche Aufgaben wahrnehmen dürften. Einig waren sich die Vertreter, dass diese Mitarbeiter in unregelmäßigen Rhythmen, abhängig vom Wetter, von 12 bis 18 Uhr im Einsatz sein sollten. Grund für die bewusst andere Ausgestaltung dieser Strandkontrollen ist ein negativer Vorfall aus der Vergangenheit. Damals kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Badegast und dem diensthabenden Strandkontrolleur, als dieser die vorgeschriebene Nachgebühr von fünf Euro erheben wollte. „Seitdem finden wir für diese Aufgabe keine Leute“, räumte Laboes Bürgermeister Heiko Voß ein. In diesem Zusammenhang wurde auch die Regelung der fünf Euro Strafgebühr in Frage gestellt. Einig waren sich hier allerdings alle: „Solange wir die Satzung in der Form haben, müssen wir sie auch anwenden. Und die sagt nun einmal, dass eine Strafgebühr von fünf Euro zu zahlen ist“, betonte Günther Petrowski.

Quelle: Kieler Nachrichten

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