Glasfaser für Laboe hat den Segen der Kirche

Reimer Eickmeier, Initiator der Bürgerinitiative Glasfaser für Laboe, bekommt Unterstützung durch Pastor Daniel Kuhl. Sie wollen mit vereinten Kräften die 950 Verträge erreichen, die notwendig sind, damit ein Glasfasernetz in Laboe gebaut wird.

Laboe. Vor einigen Wochen hatte sich in Laboe die Bürgerinitiative Glasfaser für Laboe gebildet. In Regie von Reimer Eickmeier werben seitdem Menschen bei den Bürgern dafür, Anträge für den Bau eines Glasfasernetzes zu stellen. Doch es geht nur schleppend voran. Jetzt ist auch die Kirche dabei. Denn bisher liegen nur etwa 200 Anträge vor. „Das wird nicht ausreichen, um die Firma TNG zum Bau des Laboer Glasfasernetzes zu bewegen“, erklärt Reimer Eickmeier. Denn benötigt werden 950 Anträge, wenn das Unternehmen im Ortskern tätig werden soll. Gebaut wird das Netz in jedem Fall im Neubaugebiet Krützkrög, das derzeit erschlossen wird. Hintergrund der neuen Initiative ist die rechtliche Situation, die dem Zweckverband Breitband Probstei untersagt, in einem Gebiet, in dem ein privater Versorger (in diesem Fall Kabel Deutschland) schon tätig ist, aktiv zu werden. Das hatte zur Folge, dass die Firma TNG in der Probstei ein Glasfasernetz bauen kann, aber in Laboe nicht. Das wollten einige Einwohner nicht hinnehmen und starteten mit der Bürgerinitiative Glasfaser in Laboe die private Werbeaktion. Denn sie wollen nicht damit leben, dass „abends um 20 Uhr das Fernsehprogramm und das Internet zusammenbrechen, weil die Leitungen überlastet sind“, so Eickmeier. „Das kann es doch nicht sein. Aber dafür brauchen wir ein schnelles Netz“, betonte der Geschäftsmann. Seine Initiative bekommt jetzt prominente Unterstützung von der Kirchengemeinde. „Wir als Kirche haben auch eine hohe gesellschaftliche Verantwortung über die Kirchenmauern hinaus“, sagte Pastor Daniel Kuhl. Man komme nicht umhin festzustellen, dass das Internet heute der Ort sei, an dem ein Großteil der Kommunikation stattfinde. „Ein schnelles Internet gehört zur Infrastruktur wie Geh- und Radwege“, so Kuhl. Da dürfe Laboe nicht abgehängt werden, sondern müsse zukunftsfähig bleiben, betonte der Pastor die Bedeutung des Projektes. Das sehe die Kirche in Laboe auch ganz praktisch, so gebe es beispielsweise im Gemeindehaus kostenfreies WLAN. Außerdem unterstütze man die frühe Förderung der Medienkompetenz, denn das Internet habe auch seine Schattenseiten. Der Pastor kündigte an, in der Kirche Flyer zu verteilen, als Ansprechpartner in Sachen Glasfaser zur Verfügung zu stehen und die Menschen dazu ins Gespräch zu bringen. Die Initiatoren um Reimer Eickmeier sind überzeugt: Nur die persönliche Ansprache bringt das Projekt ans Ziel. Doch davon sind die Akteure noch weit entfernt. Eickmeier und seine Mitstreiter streuen nach wie vor eifrig Informationen. „Wir klären auf, stehen auf dem Wochenmarkt, vor dem Einkaufszentrum, bieten Gespräche an, aber es schleppt sich so dahin“, berichtete er weiter. Jede Veranstaltung bringe so zehn bis 15 Verträge, aber das reiche nicht aus. „Ich weiß von ganz vielen Menschen, dass sie ihre Unterlagen auf dem Tisch liegen haben. Doch aus dem Wollen muss auch ein Tun werden, uns läuft die Zeit davon“, so Eickmeier.

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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