Der Bagger ist schon da

Die Stimmung ist trotz Sommerlochs auf dem Tiefpunkt (von links): Die Anwohner der Feldstraße Jürgen Diercks, Ulrich und Heidi Arp, Rudi und Anne Kühl, Helga Hoppe und Heinz Christensen sehen den Bagger arbeiten.

Laboe. Die Anwohner der Feldstraße haben Gewissheit: Das Blockheizkraftwerk (BHKW) für das Neubaugebiet Krützkrög darf im Kiebitzredder 43 gebaut werden. Die Kreisbaubehörde hat die Genehmigung erteilt, ein Bagger arbeitet bereits. „Wir werden jetzt den Klageweg beschreiten“, kündigte Silke Nienhaus an. Trotz des Sommerhochs herrscht in der Feldstraße der Gemeinde Ostseebad Laboe Tiefdruckstimmung. Denn vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass die Kreisbaubehörde den Antrag auf den Bau eines BHKW genehmigt hatte. „Das können wir kaum glauben. Wir können nicht glauben, dass es rechtens ist, ein solches Gebäude mit einem 16 Meter hohen Schornstein in ein so enges Baugebiet zu stellen“, erklärte Silke Nienhaus. „Am meisten Angst habe ich vor dem Lärm, denn von dem BHKW geht ein ständiges Brummen aus, das ich dann den ganzen Tag auf meiner Terrasse hören muss“, sagte die Einwohnerin. Das empfinden auch ihre Nachbarn so. Doch seit Mittwoch halten die betroffenen Anlieger die Genehmigung an den Bauherrn in Händen und haben es schwarz auf weiß. Dort ist nachzulesen, dass sowohl die naturschutzrechtlichen Vorgaben als auch die zugelassenen Immissionswerte eingehalten werden. Ebenso wie die Lärmschutzwerte. Denn nach den entsprechenden Vorschriften seien beispielsweise einzelne Spitzenwerte von 85 Dezibel (Lärm einer Hauptverkehrsstraße) tagsüber, 65 Dezibel in der Nacht (wie ein Fernseher in Zimmerlautstärke) zulässig. „Das ist lauter als ein Motorrad“, schätzt Ulrich Arp. Der Wert für den Dauerton darf hingegen nur 45 Dezibel nachts (leise Musik) und 65 Dezibel tagsüber betragen. Auch der Abwasserzweckverband hat grünes Licht gegeben. Mit Blick auf die vorhandenen Leitungen teilt die Kreisbaubehörde dem Antragsteller mit, dass dies technisch unbedenklich sei. Auch die Höhe des Schonsteins von 16 Metern gegenüber der maximal zwölf Meter hohen umgebenden Bebauung wird nicht als Bauhinderungsgrund gesehen. Die Anlieger nehmen dies alles zur Kenntnis, wollen sich aber nicht geschlagen geben. Einige von ihnen sind Mitglied im Verein Haus und Grund und haben darüber einen Rechtsanwalt beauftragt, der auch die Genehmigungsunterlagen erhalten habe, berichtete Anne Kühl. Sie werden gemeinschaftlich Widerspruch einlegen, gegen diesen Widerspruchsbescheid wäre der nächste Schritt dann eine Anfechtungsklage. „Wir müssen parallel dazu auch einen Antrag an das Gericht stellen, dass damit die aufschiebende Wirkung erreicht wird“, meinte Jürgen Dierks. Man wisse nicht, wie groß die Chance wirklich ist, den Bau des BHKW an dem Standort zu verhindern. Aber eines stehe für sie alle fest: Sie wollen diese Entscheidung nicht klaglos hinnehmen.

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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