Was fehlt, ist der politische Wille“

Manfred Krutzinna engagiert sich in der Bürgerinitiative Pro Schwimmhalle Laboe für den Erhalt des Hallenbads

Laboe. Die Schwimmhalle Laboe sollte seit sieben Jahren geschlossen sein – genau so lange kämpft die Bürgerinitiative Pro Schwimmhalle Laboe dagegen an. In zwei Volksentscheiden haben sich die Laboer für die Meerwasserschwimmhalle ausgesprochen. Passiert ist bisher jedoch wenig.

Herr Krutzinna, was muss an der Schwimmhalle Laboe dringend repariert werden?

Manfred Krutzinna: Fast alles. Sie ist momentan in einem Zustand, der einen Investitionsstau zeigt, weil lange nichts getan wurde – bedauerlicherweise. Trotzdem ist die Bausubstanz im Kern gut. Aber vieles müsste renoviert und erneuert werden – von den Duscharmaturen bis zu den Fliesen. Leider herrscht dieser Zustand, weil es seit Jahren kein Konzept gibt, das die Zukunft dieser Halle beschreibt.

Wieso gibt es kein Konzept? In zwei Bürgerentscheiden wurde doch für den Erhalt der Schwimmhalle gestimmt.

Wir hatten eine sehr hohe Wahlbeteiligung mit über 60 Prozent und eine klare Mehrheit für die Halle gehabt – zwei Mal! Was fehlt, ist der politische Wille. In der Gemeindevertretung hat sich noch keine Mehrheit dazu durchringen können, ein entsprechendes zukunftsfähiges Konzept zu entwickeln. Es wurden bedauerlicherweise keine Fördermittel, die landesweit zur Verfügung gestanden hätten und auch teilweise jetzt noch zur Verfügung stehen, beantragt.

Der Standort wird ja immer wieder infrage gestellt. Sollte die Schwimmhalle in Laboe bleiben?

Ja, wir denken, es ist ein idealer Standort. Es muss sich zeigen, wie die Diskussion weitergeht – ob man sich zu einer Sanierung der Halle entschließt oder zu einem Neubau gegebenenfalls an einem neuen Standort. Da gibt es auch in Laboe attraktive Alternativen. Man muss seriös kalkulieren, wie die tatsächlichen Kosten momentan wären. Am jetzigen Standort ist ein Grundstück schon gegeben, man müsste nicht erst eins erwerben. Die Stahlbeton-Struktur ist vorhanden und in gutem Zustand, man kann darauf aufbauen. Das sind Aspekte, die bei einem Neubau oder einer Sanierung am alten Standort unbedingt zu berücksichtigen wären.

Wenn die Gemeinde jetzt wieder in die Schwimmhalle investiert, wem käme es denn zugute?

Es gibt viele Gruppen, die diese Halle nutzen. Angefangen bei den Kindern, die dort schwimmen lernen. Zudem gibt es im Turnverein eine große Schwimmsparte, und auch viele Einwohner aus der Region schwimmen hier. Es ist die letzte Halle mit Meerwasser in der Region, und sie ist zudem behindertengerecht eingerichtet. Und nicht zu vergessen: Hier trainieren im Winter auch die Rettungsschwimmer der DLRG, die im Sommer die Badenden bewachen.

Wäre die Schwimmhalle überhaupt zu finanzieren?

In letzter Zeit wurden die gesamten Kosten dieser Halle von Laboe getragen. Es ist eine Halle, die nicht nur von Laboern genutzt wird, sondern auf die ganze Region ausstrahlt und auch vielen Schulen das Schulschwimmen hier ermöglicht. Insofern wäre es nicht vermessen zu sagen, jeder könnte einen fairen Anteil daran tragen.

Kann sich die Schwimmhalle rechnen?

Eine Schwimmhalle rechnet sich eigentlich nie. Insofern geht es immer darum, das Defizit möglichst klein zu halten. Und dort sehen wir verschiedene Ansätze die wir auch schon mehrfach vorgestellt haben. Eine Erhöhung der Aufenthaltsqualität durch eine kleine Gastronomie in der Halle wäre denkbar und auch entsprechend noch eine Einbeziehung des Strandes vor der Halle, indem man dort Sitzgelegenheiten auf einer Terrasse oder sonstiges schafft. Interview: Frida Kammerer

Quelle: Kieler Nachrichten

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