Letzte Post-Partnerfilialein Laboe schließt

Die letzte Post-Partnerfiliale im Lottoladen "Zentrum Laboe" ist aufgelöst. Die Post muss nach einer neuen Lösung suchen.

Laboe. Eigentlich wollte Harald Reger nur kurz einen Brief abgeben, doch den wird er in Laboe nicht mehr los. Bisher konnte der 64-Jährige Post und Pakete im Zentrum Laboe, einem Laden für Lotto, Zeitungen und Tabakwaren, abgeben. Doch seit vergangenem Mittwoch wird dieser Service nicht mehr angeboten. Inhaberin Bianka Gehlert hat den Vertrag mit dem Dienstleister aufgekündigt. „Wir wurden uns nicht mehr einig. Eigentlich wollten wir nicht so ad hoc aufhören, aber es ging nicht anders“, sagt Gehlert. Die Kunden müssen jetzt nach Schönberg oder Heikendorf, um ihre Pakete und Briefe loszuwerden. Post, die nachgesendet wird, wie es bei vielen Ferienhausbesitzern der Fall ist, kann in Heikendorf abgeholt werden. Für ältere Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß sind, ist das nicht einfach, auch wenn Heikendorf nur rund sechs Kilometer – zehn Minuten mit dem Auto – entfernt ist. „Eine 5000-Einwohnergemeinde sollte schon eine Post haben“, echauffiert sich Reger und findet es „unmöglich“, dass die letzte Paketabgabestelle weg ist. In Laboe gibt es keine Packstation, Pakete müssen also nach Heikendorf oder Schönberg gebracht werden. Die Deutsche Post möchte den Zustand so schnell wie möglich ändern: „Wir finden die aktuelle Situation sehr bedauerlich. Wir suchen nach einer neuen Partnerfiliale“, sagte Jens-Uwe Hogardt von der Deutschen Post. Es gebe zwar Gespräche, aber man könne nicht sagen, wann es in Laboe wieder eine Partnerfiliale gebe. Gehlert, die zuvor die Partnerfiliale betrieben hat, und bedauert es selbst, dass es in Laboe keine Post mehr gibt. „Wir haben versucht, die Struktur hier in Unterdorf zu erhalten, gerade die Älteren können nicht mal eben woanders hin“, erklärt sie. Letztendlich sei der Vertrag mit der Post für sie so nicht haltbar gewesen. Auf der Internetseite von DHL und der Deutschen Post ist der Laden im Dellenberg nicht mehr verzeichnet. Allerdings listet DHL noch den Edeka Alpen Bullbrücke auf, hier würden Paket- und Briefmarken verkauft. Das stimmt so jedoch nicht – Edeka hat sogar ein Schild aufgehängt, dass dort keine Marken ausgegeben werden. Paketmarken kann man sogar nur kaufen, wenn man ein Paket aufgibt – DHL suggeriert so, dass man dort Pakete abgeben kann. Das stimmt jedoch nicht. Bis Post und DHL eine neue Lösung gefunden haben, müssen die Laboer weiterhin nach Heikendorf fahren. Fck

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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