Wie kann die Schulstraße allen gerecht werden?

 

LABOE. Für die Schulstraße in der Gemeinde Ostseebad Laboe soll es einen „Fußverkehrs- Check“ geben. Ein Auftaktworkshop dazu wird für September geplant. Dafür sprachen sich die Mitglieder des Bau- und Verkehrsausschusses einstimmig aus. Laboe wird damit eine von vier Pilot-Gemeinden für dieses Projekt im Rahmen des Regionalen Mobilitätsmanagement der Kielregion. Auf Initiative von Laboes Bürgermeister Heiko Voß stellte Henning Bergmann jetzt den sogenannten Fußverkehrs- Check vor. Und so funktioniert er: Alle Faktoren, die Einfluss auf den jeweiligen Standort haben, werden zusammengetragen und in Workshops gemeinsam mit allen Nutzergruppen untersucht. Ziel sei es, einen Wechsel des Verkehrsmittels und eine Veränderung des Nutzerverhaltens zu erreichen, erklärte Bergmann. Hintergrund war ein Antrag der Grünen, die Schulstraße als verkehrsberuhigten Bereich zu gestalten. Grund: Die Situation vor allem im Bereich der Schule sei unübersichtlich und nicht eindeutig geregelt, so Martin Opp. Ein Teil der Schulstraße sei als Einbahnstraße ausgewiesen, im anderen Teil könne man ein- und ausfahren. Durch den Rewe-Markt bedingt gebe es Lieferverkehr, hinzu komme der Hol- und Bringverkehr – die sogenannten Elterntaxis. Auch die Laboer Wählergemeinschaft (LWG) sieht in dieser Gemengelage eine Gefährdung der Verkehrssituation, vor allem für die Kinder. „Wir müssen das Bewusstsein vor allem der Eltern schärfen. Wir sind ein kleines Dorf, in dem es jedem Kind zuzumuten ist, zu Fuß zur Schule zu gehen“, sagte Annette Kleinfeld (LWG). Die CDU sieht es vor allem kritisch, dass nur teilweise eine Einbahnstraßenregelung gilt. Und die SPD meinte, eine Spielstraßenregelung für die Schulstraße sei nicht genehmigungsfähig, so dass sie die Suche nach einer anderen Lösung unterstütze, so Tobias Slenczek. Einig waren sich alle: In der Schulstraße muss die Situation verbessert werden. Und einig waren sich auch alle über den Weg dorthin. Den Auftakt soll nun ein Workshop mit allen Beteiligten im September machen. Bürgermeister Heiko Voß will Kontakt zur Schule aufnehmen, um Eltern und Lehrer einzubinden. Er sieht „in der kleinen Maßnahme den Einstieg in einen großflächigen Masterplan“. Dass die Gemeinde gleichzeitig Pilot-Ort ist, freue ihn besonders. „Ich hoffe, dass wir dieses Verfahren auch auf andere Beispiele übertragen können und so der Einstieg in eine Verkehrsplanung für den gesamten Ort gelingt“, so Voß. Von Astrid Schmidt

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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