Parken in Laboe: Bürger fordern Gleichbehandlung

LABOE. Die drei geplanten Parkautomaten liegen auf dem Bauhof der Gemeinde Ostseebad Laboe bereit. Sie sollen in der Parkstraße und in dem Stichweg vor dem Erholungszentrum Probsteier Platz 3 aufgestellt werden. Die angekündigte Anwohnerlösung sorgt indes für Unmut. Die Satzung gilt seit Jahresbeginn, die Parkautomaten-Regelung soll den Parksuchverkehr regeln, heißt es in der Begründung. Dass die Automaten noch nicht stehen, liege an personellen Engpässen auf dem Bauhof, erklärte Bürgermeister Heiko Voß. Er werde die Arbeiten vermutlich fremd vergeben. Die Anwohner können nun eine Parkberechtigung für 120 Euro im Jahr erwerben. Der Haken: Sie haben damit kein Anrecht auf einen Stellplatz. Wenn sie allerdings einen gefunden haben, dürfen sie ihr Fahrzeug dort abstellen, wo sonst die Parkuhr gefüttert werden müsste. „Das heißt, wir suchen weiter eine Parkplatz – ohne Sicherheit, dass wir einen finden“, sagte Christian Lantau. Gleichwohl werde er von dieser Regelung Gebraucht machen. „Wir werden nicht weiter dagegen ankämpfen, das tut uns nicht gut“, sagte der Laboer. Für Christa Saager kommt diese Regelung nicht infrage: „Das ist für mich keine Anwohnerlösung.“ Bernd Schmidt (SPD) betonte, seine Fraktion weise seit Jahren darauf hin, dass das 2010 erstellte Verkehrskonzept unter Beteiligung der Bürger angepasst und überarbeitet werden müsse. Unterstützt wurde das Ansinnen von Günther Petrowski von der CDU-Fraktion. Beide hatten sich für eine Aufhebung des Beschlusses ausgesprochen, weil weder Anlieger noch die Ordnungskraft zum Thema gehört worden seien. Auch Christian Lantau, Sven Walkhoffs, Manfred Lockhoff und andere beklagten bei einem Ortstermin mit Bürgermeister Heiko Voß die fehlende Beteiligung der Bürger bei der Parkregelung und fordern eine Gleichbehandlung aller Laboer. Wie berichtet, war im vergangenen Jahr auf Initiative der Grünen-Fraktion mit den Stimmen der LWG und des fraktionslosen Kandidaten Karl-Christian Fleischfresser beschlossen worden, die Parkgebührenordnung zu ändern. Ein Punkt: die Einrichtung von Parkautomaten in der Parkstraße. Betroffen waren davon vor allem die Anlieger, die sich in der Pflicht sahen, für ihre eigenen Autos Gebühren zahlen zu müssen. Zuvor galt die Parkscheibenregelung. Mehrfach waren die Anwohner in den öffentlichen Sitzungen gegen diese, wie sie meinen, ungerechte Regelung Sturm gelaufen. „Wir haben bis heute keine Erklärung dazu, weshalb die Parkstraße und wie mit Parkautomaten der Parksuchverkehr reduziert werden soll“, meinte Christa Saager. Sie wies ebenso wie die anderen Einwohner darauf hin, dass es in anderen Straßen wie der Wilhelmsallee und der Rosenstraße geduldet werde, dass trotz Verstoßes gegen die Straßenverkehrsordnung dort die Fahrzeuge abgestellt würden. Die Politesse sei angewiesen, das nicht zu ahnden. Sie wünsche sich, dass die Aufstellung der Automaten solange vertagt werde, bis eine gerechte Lösung für alle Laboer gefunden sei, sagte sie an die Adresse von Heiko Voß. Dieser kündigte an, gemeinsam mit dem Amtsdirektor in der zweiten Augusthälfte das Thema zu besprechen. „Die rechtliche Bewertung ist Sache des Amtes Probstei“, so Voß. Er fühle sich in seiner Haltung bestätigt, wie dringend ein Verkehrskonzept auf den Tisch müsse. „Die Schulstraße ist der Einstieg in die Thematik“, sagte er mit Blick auf den dort geplanten Fußweg-Check (wir berichteten). Er sieht sich in seinem Weg bestätigt, mit öffentlichen Treffen und Einbindung von fachlicher Beratung neue Wege zu gehen, wenn es um Entscheidungen in Laboe geht.

Quelle: Kieler Nachrichten

Zurück