Der Handlungsdruck wächst

In zwei Bürgerentscheiden haben sich die Laboer für den Erhalt der Schwimmhalle ausgesprochen. Doch ein zukunftsfähiges Konzept fehlt.

Laboe. Es soll Bewegung in die Causa Schwimmhalle Laboe kommen: Der Kreistagsabgeordnete Werner Kalinka (CDU) ruft alle Parteien und Beteiligten zu einer schnellen Lösung auf. „Wir beginnen nicht bei Null, auch wenn man offenbar schon mal weiter war. Umso mehr sollte Tempo angesagt sein“, sagte Kalinka. Er sprach sich für einen Zweckverband und weiteren Zusammenhalt zwischen den Gemeinden aus. Es käme im Wesentlichen auf das Miteinander an. Es sei ratsam, diese Basis auch weiter zu suchen und zu pflegen. Dabei würden die Gemeinden auch nicht auf den Gesamtkosten sitzenbleiben: Der Plöner Kreistag habe schon 2017 zugesagt, 15 Prozent der förderfähigen Kosten zu übernehmen, so Kalinka. Für die Machbarkeitsstudie stehen 50 000 Euro bereit – unter Voraussetzungen. Der Kreistag habe in seinem Beschluss zur Machbarkeitsstudie die Bedeutung der überregionalen Kooperation betont, erklärte Kalinka. Schönbergs Bürgermeister Peter Kokocinski ist nicht daran interessiert, die Schwimmhalle nach Schönberg zu holen, sondern „interessiert an Schwimmmöglichkeiten“. Die Kombination aus Schulstandort und Schwimmstätte hätten Schönberg damals ins Gespräch gebracht und man solle „nicht ohne Laboe planen“. Kokocinski lehnt die Schwimmhalle in Schönberg nicht ab, es gehe vor allem darum, den richtigen Standort zu finden – dafür gebe es dann die Machbarkeitsstudie. Diese kann jedoch erst gestartet werden, wenn die Kriterien, nach denen ein Standort gefunden werden soll, endgültig festgelegt sind. „Je mehr Zeit vergeht, umso schwieriger wird es einen Zweckverband zu gründen“, sagte Kokocinski und verwies auf den zeitlichen Druck. Bei dem Zweckverband sollten die Kosten zwar untereinander aufgeteilt werden, aber die Gemeinde, die die Schwimmhalle betreiben wird, soll den höchsten Beitrag zahlen. Vor allem die Gemeinden Laboe, Heikendorf und Schönberg haben ein großes Interesse an der Schwimmhalle, aber auch an einem Zweckverband. Unter der Voraussetzung, dass der Betrieb der maroden Schwimmhalle ohne größere Reparaturen und Investitionen noch einige Monate aufrecht erhalten werden kann, erklärte Tobias Slenczek, Fraktionsvorsitzender der Laboer-SPD, würde man die Absicht des Bürgermeisters unterstützen, die Schwimmhalle zumindest für den Schul- und Vereinssport noch offen zu lassen. Die SPD sieht Heiko Voß in der Verantwortung, seine Wahlkampfversprechen einzuhalten: „Im Wahlkampf hatte der Bürgermeister Voß noch verkündet, zu Beginn der Sommersaison 2019 ein Schwimmhallenkonzept vorzulegen“, sagte Slenczek. In der letzten Sitzung der Fraktionsspitzen habe Voß noch angekündigt, die Sommerzeit zu nutzen, um mit weiteren Nachbargemeinden Gespräche zu führen, um sie für eine Beteiligung am Schwimmhallenprojekt in der Region zu gewinnen. Bisher seien beide Ankündigungen leider nicht von Voß umgesetzt worden. Die Meerwasserschwimmhalle in Laboe solle bis Februar geöffnet bleiben, kündigte Bürgermeister Heiko Voß im KN-Interview an. Voß habe den Schulen der Probstei noch Schulschwimmen bis Februar 2020 zugesichert – das Bad bleibe so lange geöffnet, bis aus der Gemeindevertretung Anträge zur Schließung kommen.

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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