Kreisel-Sperrung sorgt für Ärger

 

LABOE. Der Laboer Kreisel ist seit vergangenem Mittwoch gesperrt, die Zufahrt erfolgt über Stein aus Richtung Bundesstraße. Grund sind Bauarbeiten. Angekündigt waren die aber erst für Montag. Bürgermeister Heiko Voß (parteilos), am Montag nach einer Woche Urlaub wieder im Dienst, kannte diese Änderung nicht. Es hagelte Kritik. Die Sperrung des Kreisverkehrs hatte Voß mehrfach öffentlich für die Zeit vom 12. bis 16. August angekündigt. Grund: abschließende Asphaltierungsarbeiten. Allerdings hatte die Gemeinde beschlossen, den Kreisel aus Sicherheitsgründen zu beleuchten. Diese Arbeiten, so die Überlegung, sollten in den Zeitraum der ohnehin anstehenden Arbeiten mit eingeplant werden. Dass diese vorgezogen worden waren und die ausführende Firma Strabag die Sperrung beim Ordnungsamt bereits vom 7. August an beantragt hatte, war Bürgermeister Voß unbekannt. Planmäßig wurden dann auch die acht Anschlüsse für die Lampen an den Übergängen des Kreisels gesetzt. „Wir waren am Freitagmittag fertig“, erklärte Schachtmeister Wolfgang Hecker von der Firma Stoltenberg. Das nahmen auch die Autofahrer wahr. Folge: Am Wochenende herrschte Chaos. Widerrechtlich öffneten einige die Absperrbaken, sodass munter die gesperrte Strecke befahren wurde. Davon musste sich schließlich auch der Bürgermeister überzeugen, als er am Sonntagnachmittag aus dem Urlaub kam. Sein Stellvertreter Günter Petrowski (CDU) hatte bereits die Polizei informiert. Die war vor Ort, stellte die in den Graben geworfenen Baken wieder auf und fuhr wieder weg. Das bestätigte die Polizei in Heikendorf. Voß wisse natürlich, dass es strafbar sei, eine behördliche Anordnung zu missachten, dennoch könne er „diesen Ausnahmezustand teilweise nachvollziehen“, erklärte er dieser Zeitung. Denn das gesamte Wochenende, an dem immerhin noch alle Bundesländer Ferien hatten und in Laboe „eine Menge los war“, war der Ort nur über die Umleitung über Stein beziehungsweise durch die engen Dorfstraßen von Lutterbek zu erreichen. Das ärgerte vor allem Geschäftsleute. Willi Alpen, Inhaber und Betreiber des Laboer Edeka-Marktes, sagte: „Das ist nicht nachvollziehbar. Ich habe nachweislich Umsatzeinbußen von 20 Prozent, das ist Behördenwillkür. Weshalb legt man solche Arbeiten in die Hochsaison?“ Auch Gastronom Michael Zwack kann die Entscheidung nicht verstehen. Eben so wenig wie Peter Retzlaff aus Stein. „Es arbeitet dort niemand am Wochenende, und man lässt alle Autofahrer zehn Kilometer Umweg fahren. Die Straße ist frei befahrbar und könnte am Wochenende nutzbar sein. 15 Minuten würde es dauern, die Sperren beiseite zu legen. Wer hat sich solch ein Unfug einfallen lassen? Das ist wohl eine typische Beamtenentscheidung, die nicht nachvollziehbar ist“, schrieb Retzlaff. Aus dem Ordnungsamt des Amtes Probstei hieß es, man habe sehr wohl überlegt, ob man die Sperrung über das Wochenende aufrechterhalte oder öffne. Doch es seien sehr viele Faktoren zu berücksichtigen, erklärte Martin Bendschneider. Auch Ralf Wauker betonte, es sei nicht mit „Baken wegnehmen“ und „Schilder abkleben“ getan. „Ein Knackpunkt ist der Busverkehr, und deshalb haben wir entschieden, die Anordnung so wie beantragt zu belassen“, so Wauker. Tobias Vollstedt vom Ingenieurbüro IPP (zuständig für die Beleuchtungsarbeiten) betonte, die Vorbereitungen für die Beleuchtung könnten nicht hintenan gestellt werden, weil am 19. August das Baugebiet Krützkrög geöffnet werden solle. Die Erschließung wird am 16. August abgeschlossen. Bürgermeister Voß sagte: „Ich habe auf Facebook die Verantwortung übernommen und mich entschuldigt. Weshalb ich von der Terminverlegung keine Kenntnis hatte, wird intern zu klären sein“, erklärte er. Ebenso wenig kannte er den Termin für die Baubesprechung am Montag. Davon erfuhr er nur durch die Kieler Nachrichten. Erneutes Erstaunen dann vor Ort: Die Firma Strabag wollte ihre Bauarbeiten erst am Mittwoch beginnen. Voß ergriff die Initiative und konnte zumindest einen Baubeginn am Dienstag erreichen. „Ich bin ziemlich angefressen, dass wir alles nach den Abläufen der Baufirmen einrichten müssen“, sagte er. „Die Sperrung wird nicht über den Freitag hinaus gehen“, versprach der Bürgermeister. Er werde sich zudem künftig alle Bauaufträge selbst ansehen, um solche Informationslücken zu vermeiden, kündigte Voß an. Von Astrid Schmidt 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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