Werbeaktion der besonderen Art

Echt cool: der achtjährige Benjamin posiert stolz mit Wolfgang Medineit von der Polizei Heikendorf, dessen Schutzweste er tragen darf. Fotos: Alev Dogan

Wenn die ersten Gäste schon kommen, noch bevor alles aufgebaut ist, ist das ein gutes Zeichen: Zum zweiten Mal hat der DRK-Ortsverein Laboe zum Blaulichttag eingeladen. Rund um den Laboer Hafen präsentieren sich unter anderem Helfer des DRK, des Technischen Hilfswerks Kreis Plön und der Freiwilligen Feuerwehr Laboe sowie Beamte der Polizei Kiel und stellen viele Bereiche ihrer Aktivitäten vor.  „Im vergangenen Jahr hatten wir ungefähr 1200 Besucher. Deses Mal sind es definitiv mehr, vielleicht 1500“, erzählt Jan-Hendrik Köhler-Arp, Vorsitzender des Ortsvereins Laboe und Initiator des Blaulichttags. „Dass so viele Menschen gekommen sind, hat uns selbst überrascht. Das ist natürlich großartig.“ Um das Kennenlernen, den ersten Kontakt mit Feuerwehr und Co. soll es hier gehen. Daher ist der Blaulichttags so etwas wie ein gigantisches Speed-Dating. Erste zarte Annäherungsversuche zwischen „normalen“ Bürgern und denen, die zur Stelle sind, wenn es eng wird – buchstäblich eng: Die Feuerwehr Laboe demonstriert ziemlich anschaulich, wie ihre Arbeit aussieht. Mitten auf dem Platz steht ein völlig zerstörter roter VW Golf. Nichts ist an diesem Auto mehr ganz. Alles ist kaputt, verbeult, in Scherben. Nach einem realen Unfall müssten Menschen aus diesem Wrack geborgen werden. Wie das geht, zeigten die Männer und Frauen der Laboer Wehr nicht nur, sie ließen auch die Besucher ran. Eingekleidet in Schutzanzug, Helm und allem, was dazu gehört, konnten Gäste selber mit Rettungsschere und Spreitzer an dem Auto hantieren. „So erfahren die Menschen, was wir als Feuerwehr eigentlich so tun“, erzählt Birger Möller, Gruppenführer bei der Freiwilligen Feuerwehr Laboe. Der Kreisverband Plöner-Land des DRK ist mit einem besonderen Rettungswagen zugegen: dem Teddykrankenhaus. Hier bekommen Kinder Hilfe, wenn sich ihr Teddybär wehgetan hat. Direkt gegenüber erhalten Erwachsene Hilfe von der Polizei Kiel. „Machen Sie den Hebeltest“, heißt es bei ihnen und Besucher erfahren, wie einfach sich Fenster und Türen von Einbrechern aushebeln lassen. „Die Bürger sollen wissen, wie einfach das ist“ sagt Nicoll Buchhorn vom Sachgebiet Prävention. „Und auch, dass wir kostenlose Beratungen bei ihnen zu Hause durchführen.“ Nebenan turnen Kinder auf dem Kranwagen des Technischen Hilfswerks. Drei Männer von der Fachgruppe Wassergefahren des THW Ortsverbands Plön stellen ihr Fahrzeug vor, berichten von der Brandbreite an Aufgaben, die das THW hat. „Wir merken immer wieder, dass die Menschen gar nicht wissen, wer wir sind und was wir machen“, erzählt Lars Thode vom THW. Und was man nicht kennt, dem tritt man auch nicht bei. „Und da fängt unser Problem nämlich an“, sagt Organisator Köhler-Arp, „wir alle haben Nachwuchsprobleme. Man kennt uns ja kaum.“ Und helfende Hände brauche man auch beim DRK in Laboe dringend. „Wir brauchen Menschen, die Blut spenden, wir brauchen Menschen, die Geld spenden, aber wir brauchen auch dringend aktive Mitglieder. Ersthelfer genauso wie Leute, die bei der Blutspende die Würstchen kochen.“ Daher der Blaulichttag. „Bei der Veranstaltung im vergangenen Jahr haben wir zwei aktive Mitglieder gewonnen, und allein dafür hat es sich schon gelohnt“, so Köhler-Arp.  

 

 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

Zurück