Bürgerentscheid am 24. September

Mit rund 1000 Unterschriften haben die Laboer einen erneuten Bürgerentscheid über den Erhalt der Meerwasserschwimmhalle durchgesetzt. Foto Ulf Dahl

 

LABOE. Am 24. September sind die Bürger in Laboe nicht nur zur Bundestagswahl aufgerufen, sondern auch zur Entscheidung über die Zukunft der Meerwasserschwimmhalle. Die Gemeindevertretung legte am Mittwochabend dieses Datum für den zweiten Bürgerentscheid fest. Nachdem die Gemeindevertretung die endgültige Schließung der Meerwasserschwimmhalle zum 1. November beschlossen hatte, hatten wie berichtet Klaus Röttgering und Ulrich Arp ein zweites Bürgerbegehren gestartet. Rund 40 Helfer sammelten in wenigen Wochen mehr als 1000 Unterschriften. Anfang Juli hatte die Kommunalaufsicht die Zulässigkeit erklärt. „Der Bürgerwille wurde ausgesessen“, meinte Klaus Röttgering, der in der Sitzung der Gemeindevertretung das Bürgerbegehren erläutern konnte. Drei Jahre lang sei kaum etwas geschehen, dann sei „voreilig“ die Schließung der Halle beschlossen worden, ohne die Bemühungen um einen Zweckverband in der Region abzuwarten. Röttgering bezeichnete die Halle als einen wichtigen Standortfaktor für den Tourismus in Laboe, der ohne die Halle an Attraktivität verlieren würde. „Die ganze Ostufer-Region braucht die Schwimmhalle Laboe“, meinte Röttgering. Als er dafür Beifall vom Publikum erhielt, drohte die stellvertretende Bürgermeisterin Annette Kleinfeld mit der Räumung des Saals. Die ausführliche Darlegung von Röttgering sorgte dafür, dass einige Gemeindevertreter ebenfalls weit ausholten und die lange Vorgeschichte noch einmal aus ihrer Sicht darstellten. So betonte Jörg Erdmann (CDU), man habe schon vor Jahren versucht, die Attraktivität der Halle durch den Einbau einer Rutsche und einer Sauna zu steigern: „Das hat nicht geklappt.“ Er bezeichnete es als „völlig unwirtschaftlich für Laboe“, die Halle weiter zu betreiben. Ulrich Schaefer (GAL) meinte dagegen, die Erklärung von Röttgering „dokumentiere, dass die Gemeinde nichts getan hat“. Carsten Leonhardt (LWG) erwiderte, er habe „keine Lust mehr, sich pauschale Vorwürfe anzuhören“. Volkmar Heller (SPD) sprach von einer „Liste von Halbwahrheiten und Unterstellungen“. Der Antrag von Jens Dittmann-Wunderlich (Grüne), den Beschluss zur Schließung aufzuheben und die Halle so lange zu betreiben wie es technisch möglich ist, wurde abgelehnt. Bei fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung wurde schließlich der „Standpunkt der Gemeinde“ beschlossen, der im Verfahren zum Bürgerentscheid bekanntgemacht wird. Darin heißt es unter anderem, dass die Halle laut Gutachten „am Ende ihrer Nutzungsdauer“ angelangt sei. Eine Sanierung würde Investitionskosten in Höhe von mindestens 8,6 Millionen Euro nach sich ziehen. Weiter wird aus dem Gutachten zitiert: „Weder eine Sanierung noch ein Neubau am alten Standort sind für die Gemeinde Laboe hinsichtlich der Investitionskosten und vor allem wegen der jährlichen Folgekosten aus dem Betrieb des Hallenbades wirtschaftlich darstellbar. Selbst bei einer Bezuschussung der Baumaßnahme durch Fördermittel sind die jährlichen Folgekosten für eine Gemeinde mit circa 5000 Einwohnern nicht zu verantworten.“ Die Gemeinde empfiehlt deshalb den Bürgern, am 24. September mit „Nein“ zu stimmen. Die Gemeinde Laboe sei aber bereit, sich im Rahmen der noch festzulegenden Finanzierungsgrundlagen an dem geplanten Zweckverband für eine Schwimmhalle zu beteiligen. Von Thomas Christiansen 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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