"Alleine schaffen wir das nicht"

Auf dem Podium saßen unter anderem Sven Thode vom Kreissportverband sowie die CDU-Vertreter Hans-Jürgen Gärtner, Tade Peetz und Werner Kalinka. Foto Thomas Christiansen

 

LABOE. Als Signal, dass die Region eine Schwimmhalle brauche, werteten der CDU-Kreisvorsitzende Werner Kalinka und sein Stellvertreter Tade Peetz ihren Diskussionsabend in Laboe. Das sorgte für großen Beifall. Es wurde aber auch kritisiert, dass die CDU-Vertreter in Laboe wenig für die Halle getan hätten. Der Andrang war groß. Längst nicht alle Besucher, die keineswegs nur aus Laboe, sondern auch aus vielen umliegenden Gemeinden kamen, fanden im Veranstaltungsraum Platz. Manche mussten von draußen zuhören. Es sei die erste Veranstaltung eines politischen Kreisverbandes zum Thema, betonte Peetz und ergänzte: „Wir haben schon in der Einladung ein klares Statement gesetzt.“ Auf dem üppig besetzten Podium sprach zunächst Sven Thode, Vorsitzender des Kreissportverbandes. Er kritisierte einen „ziemlichen Schlingerkurs“ in Laboe. Zu häufig sei „die Handbremse gezogen“ worden: „Kommunikation sieht für mich anders aus.“ Die von der Mehrheit der Gemeindevertretung zum 31. Oktober beschlossene Schließung der Meerwasserschwimmhalle „wäre für den Sport eine Katastrophe“. Wenn die Halle geschlossen werden solle, müsse es vorher „einen Plan, eine Zukunftsperspektive“ geben, erklärte Thode unter großem Beifall. „Alleine schaffen wir das nicht. Jetzt müssen die Umland- Gemeinden kommen“, meinte Hans-Helmut Lucht von der Laboer CDU. Der örtliche CDU-Gemeindevertreter Horst Etmanski sagte: „So geht es nicht mehr weiter, sonst ist die Gemeinde eines Tages bankrott.“ „Die Initiative muss von Ihnen ausgehen. Sie müssen mit einem Konzept auf die Bürgermeister zugehen“, hielt Sönke Stoltenberg aus Schönberg dagegen. Der Vorsitzende des Arbeitskreises Wirtschaft der Kreis-CDU betonte den „öffentlichen Bedarf“ für eine Schwimmhalle in der Region: „Wie wollen wir die Vor- und Nachsaison beleben ohne eine Schwimmhalle?“ „Wir dürfen Laboe mit diesem Problem nicht alleine lassen“, betonte der CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Werner Kalinka. Die für die Region notwendige Schwimmhalle könne in Laboe, sie könne aber auch an einem anderen Ort sein. In der anschließenden intensiven und teils sehr emotionalen Diskussion wurde unter anderem darauf verwiesen, das andere öffentliche Einrichtungen viel höher subventioniert würden, aber auch, dass derzeit nur die Laboer allein unter den Kosten litten. Der frühere Schwimmmeister Gerd Mißfeldt wies auf das kostenlose Meerwasser hin: „So eine ideale Lage werden wir nie wieder finden.“ Als der Schönberger CDU Gemeindevertreter Christian Lüken betonte: „Mit uns wurde das Gespräch bisher nicht gesucht“, ergänzte Tade Peetz aus Heikendorf: „Mit mir hat auch noch keiner geredet.“ „Wir brauchen einen Träger“, forderte Ingo Adrian aus Mönkeberg. Die Landrätin müsse innerhalb der nächsten drei Wochen zur Gründung eines Zweckverbandes einladen. „Ohne eine Schwimmhalle können Sie den Tourismus hier vergessen.“ Wenn eine Gemeinde eine Aufgabe nicht erfüllen könne, könne der Kreis das übernehmen, sagte Adrian und erhielt dafür großen Beifall. Von Thomas Christiansen  

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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