Positives Signal pro Schwimmhalle

Einen dicken Aktenordner als Entscheidungshilfe für die Gemeinden legten die Probsteier Amtsvorsteher Wolf Mönkemeier, der Probsteier Amtsdirektor Sönke Körber und der Schrevenborner Amtsdirektor Ulrich Hehenkamp vor. Foto Thomas Christiansen

 

SCHÖNBERG/HEIKENDORF. Wenige Wochen vor der von der Gemeinde Laboe beschlossenen Schließung der Meerwasserschwimmhalle haben die Ämter Probstei und Schrevenborn den Gemeinden eine „Entscheidungshilfe“ zu einer möglichen Schwimmhallenversorgung in der Region vorgelegt. Wenn zumindest die großen Gemeinden einen entsprechenden Grundsatzbeschluss fassen würden, könnten die Verwaltungen einen Zweckverband als Träger einer Schwimmhalle vorbereiten, meinte der Probsteier Amtsdirektor Sönke Körber nach dem Bürgermeistertreffen, zu dem er zusammen mit seinem Schrevenborner Amtskollegen Ulrich Hehenkamp ins Heikendorfer Rathaus eingeladen hatte. „Das Signal der großen Gemeinden war am Dienstagabend nicht zu erkennen“, bedauerte der Probsteier Amtsvorsteher Wolf Mönkemeier am Mittwoch bei einem Gespräch im Schönberger Rathaus. Es ist ein dicker Aktenordner, den die beiden Verwaltungen erarbeitet haben. Direkt in die Hand drücken konnten ihn die Amtsdirektoren aber nur einigen Bürgermeistern, denn lediglich etwas mehr als die Hälfte der Gemeinden war vertreten. Neben den 20 Gemeinden der Probstei und den drei aus dem Amt Schrevenborn waren noch sechs weitere Gemeinden eingeladen, die Mitglieder in den Schulverbänden sind. Der Aktenordner enthält unter anderem das im Februar vorgelegte Gutachten und dessen Auswertung sowie Tabellen zum finanziellen Anteil der Gemeinden nach Kriterien wie Einwohnerzahl oder Steuerkraft. Das Gutachten empfehle „sehr eindeutig“ keine Sanierung des Laboer Bades und auch keinen Neubau mit gleichem Angebot, meinte Körber. Ein Bad „zur Daseinsvorsorge“, das sowohl für die Schulen und Vereine wie auch Badegäste, aber kein Spaßbad sei, könne von einem Zweckverband als Träger an einem Standort in der Region gebaut werden. Körber erinnerte daran, dass die Gemeinde Laboe das Gutachten am 28. Februar den Bürgermeistern vorgestellt hatte. Mit der Vorlage der „Entscheidungshilfe“ habe die Verwaltung nun erst einmal ihre Arbeit getan. „Jetzt müssen die Gemeinden entscheiden“, sagte Körber. Die Gemeinden müssten jetzt Prioritäten setzen, wie sie ihre Mittel einsetzen, meinte Hehenkamp. Die Bürgermeister seien sich am Dienstagabend einig gewesen, dass die Region eine Schwimmhallenversorgung nicht nur für den Schulunterricht benötige, hätten aber Bedenken wegen der notwendigen Finanzmittel geäußert. Es gehe nicht um Laboe, sondern um eine Schwimmhallenversorgung für die Region, betonte Hehenkamp. Es werde Jahre dauern, für einen Ersatz zu sorgen. „Unter sechs Jahren ist nicht realistisch“, ergänzte Körber. Angesichts des demografischen Wandels und der Gesundheitsvorsorge sieht Mönkemeier ein „Riesenpotenzial“ für eine neue Schwimmhalle, sieht aber ebenfalls die finanziellen Möglichkeiten als begrenzt an. Die „Entscheidungshilfe“ zeige jetzt aber jeder Gemeinde die möglichen finanziellen Konsequenzen auf. „Es wäre ein sehr, sehr großer Verlust, wenn wir keine Schwimmhalle mehr in unserer Region haben“, meinte Mönkemeier. Von Thomas Christiansen 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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