Der malende Mann und das Meer

Uwe Tischer hängt seine Landschaftsbilder im Franco-Costa-Haus auf. Seine Motive stammen aus der Probstei oder entstehen in der Fantasie. Foto: Julia Marre

Ein Frühaufsteher ist Uwe Tischer nicht. Eigentlich nicht. Doch um die richtige Stimmung am Meer einzufangen, stellt er sich zeitig seinen Wecker. „Denn morgens in der Frühe ist es immer am schönsten“, sagt der Fiefbergener. Dann entstehen – oft auch direkt an Ort und Stelle – seine Landschaftsbilder in Acryl. Tischer malt das vom Nebel verschluckte Meer. Er malt sich auftürmende Wolkenberge über schäumenden Wellen. Er malt menschenleere Strandszenen mit Dünen und graublaue Bäume vor verhangenem Himmel. Draußen, vor den Galerieräumen, schüttelt derweil der Sturm die Bäume. Drinnen sagt der Kunstschaffende: „Ich habe es gern ein bisschen mystisch und neblig.“ Das erkennt gleich, wer sich seine stimmungsvolle Malerei im Franco-Costa-Haus in Laboe ansieht. Ab Sonntag stellt Uwe Tischer dort zwei Dutzend seiner mittelformatigen Gemälde aus – bis zum 1. Oktober. Aufgewachsen im Thüringer Wald, kam er mit 15 Jahren nach Kiel. „Ich habe schon als Kind viel gemalt“, sagt er. Im Alter von 17 Jahren bewarb er sich für ein Kunststudium an der Muthesius-Schule, wurde jedoch abgelehnt. „Die Prüfer sagten, ich sei zu jung und solle ein Jahr später wiederkommen.“ Doch Tischer fuhr stattdessen zur See, ließ sich zum Matrosen ausbilden – und malte weiterhin. „Das habe ich immer für mich selbst gemacht.“ Auch dann, als er sich zum Masseur umschulen ließ und für Holstein Kiel arbeitete. Intensiviert hat Uwe Tischer die Malerei mit Beginn seines Ruhestandes. Seine Bilder vom Meer sind Erinnerungen an die Jahre auf See. Aber auch fiktionalisierte Impressionen. Seine Lieblingsorte? „Ich bin immer gern an der Küste“, sagt er. Auch die Müritz mag er sehr. Inspiration liefert ihm stets die schroffe Natur. In der Frühe – und auch später. 

Die Ausstellung mit Öl- und Acrylgemälden von Uwe Tischer wird im Franco-Costa-Haus Laboe, Kiebitzredder 57, am Sonntag, 17. September, um 1  1 Uhr eröffnet. Zu sehen sind die Bilder bis zum 1. Oktober: mittwochs bis sonntags von 15 bis 18 Uhr. Am Freitag, 6. Oktober, findet um 17 Uhr eine Finissage statt.  

Quelle: Kieler Nachrichten

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