Der Badespaß geht weiter

Christian Matthes (links) gratuliert Klaus Röttgering, einem der beiden Initiatoren des Bürgerbegehrens, zu dem Ergebnis, über das die beiden und weitere Mirglieder des Förderverins sich hier freuen. (Foto:Thomas Christiansen)

LABOE.Als die Bundestagswahl Sonntagabend ausgezählt war, ging die Arbeit für die Wahlvorstände in Laboe weiter. Erst kurz vor halb elf kam das Ergebnis des Bürgerentscheids. Es war knapper als 2014, aber die Mehrheit möchte die Halle behalten. Der Fraktionsvorsitzende der Laboer Wählergemeinschaft (LWG) trat daraufhin zurück. Auf Facebook teilte Carsten Leonhardt dies schon gegen 21.30 Uhr mit, als dort erste Meldungen über das angebliche Ergebnis liefen. Die Zahlen, die Amtsdirektor Sönke Körber knapp eine Stunde später im Laboer Rathaus als vorläufiges Endergebnis verkündete, sahen zwar etwas anders aus, aber die Tendenz stimmte. Daraufhin gab es eine „Persönliche Erklärung“ des LWG-Fraktionsvorsitzenden: „Ich akzeptiere diese Entscheidung und habe der Bürgermeisterin die Niederlegung meines Mandats erklärt. Konstruktive Gestaltung war bisher schon schwierig – jetzt wird es in meinen Augen unmöglich.“ Da Leonhardt 2013 über die CDU-Liste in die Gemeindevertretung gewählt wurde, muss jetzt auch ein CDU-Vertreter für ihn nachrücken. Der Bürgerentscheid zwingt die Gemeinde erneut, die Schwimmhalle entgegen dem Beschluss der Gemeindevertretung noch zwei Jahre in Betrieb zu halten. Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst (SPD) reagierte nach dem Ergebnis zurückhaltend: „Wir werden für Laboe das Beste daraus machen. Das ist Demokratie.“ Zusammen mit einigen Gemeindevertretern und einigen anderen Laboern hatte sie im Rathaus auf das Ergebnis gewartet. „Da werden sich die Umlandgemeinden freuen“, meinte spontan Inken Kuhn (SPD). Bei anderen im Rathaus löste das Ergebnis große Freude aus. „Ich bin sehr zufrieden. Es war schwieriger als vor drei Jahren“, sagte Karl-Heinz Fleischfresser, ehemaliger Vorsitzender des TV Laboe und einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens 2014. Die Zusammenlegung mit der Bundestagswahl führte jetzt zu einer deutlich höheren Wahlbeteiligung (73,3 Prozent). Damals bedeuteten 1490 Stimmen für die Halle einen Anteil von 60,2 Prozent – jetzt waren 1664 Stimmen für einen Anteil von 52,8 Prozent erforderlich. In einem der drei Wahlbezirke (Feuerwehrhaus) lagen die Ja-Stimmen nur bei 48,2 Prozent. Der Vorstand des Fördervereins Hallenbad Laboe fühlte sich erneut in seiner Arbeit bestätigt und sah einen „klaren Auftrag“ für die politischen Gremien in Laboe. Die beiden Initiatoren des Bürgerbegehrens, Klaus Röttgering und Ulrich Arp, erklärten, das Ja für die Meerwasserschwimmhalle bedeute „ein deutliches Signal an alle verantwortlichen Entscheidungsträger in den Kommunen, in Kreis und Land, den Standort Laboe zu erhalten und jetzt die Zeit zu nutzen, um eine attraktive Nachfolgelösung für die jetzige Schwimmhalle auf den Weg zu bringen“. von Thomas Christiansen

Quelle: Kieler Nachrichten

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