Sternstunde für Schnäppchenjäger

Der Nachlass bot reichlich Auswahl: Auktionator Markus Rockmann zeigt Rainer Maaßen aus Schönberg eine Uhr. Foto Astrid Schmidt

 

LABOE. Die Auktion maritimer Accessoires lockte am Sonnabend etliche Freunde des maritimen Stils in die Ausstellungshalle am Marine-Ehrenmal in Laboe. 318 Gegenstände, von der Glasenuhr über Sextanten bis hin zu einem 400 Jahre alten Schiffsfenster, kamen bei Auktionator Markus Rockmann unter den Hammer. Insgesamt brachte die Versteigerung 3170 Euro, die nun dem Sozialwerk des Deutschen Marinebundes zu Gute kommen. Anlass dieser Auktion war der Nachlass eines Mitgliedes des Deutschen Marinebundes, der nicht nur dem Maritimen verbunden war, sondern auch mit maritimen Gegenständen gehandelt hatte. Die Witwe habe den Bestand dem Marinebund gespendet, berichtete Bundesgeschäftsführer des Deutschen Marinebundes, Alexander Hub. Viele der gut 200 Besucher in der Ausstellungshalle waren aus Neugier gekommen, wollten sich eine solch professionell geführte Auktion einmal anschauen. Darunter waren etwa 50 Bieter, die Schnäppchen machten. Sie erstanden etwa eine Glasenuhr für zehn Euro, eine Spardose für 22 Euro oder ein Teeglas für fünf Euro, Lupen, ein Globus mit Kompass, eine Teekanne, Salz- und Pfefferstreuer – alles in maritimem Stil, das Angebot war bunt. Auktionator Rockmann hatte alle Hände voll zu tun. Im Sekundentakt hoben die Bieter ihre Karten, in Zehn-Prozent-Schritten steigerte sich das Gebot, von einem Euro bis durchschnittlich 20 Euro. Denn viele der Beteiligten, wie unter anderem Reinhard Hoyer aus Flintbek, hatten sich eine finanzielle Obergrenze gesetzt. „Ich habe so etwas noch nie mitgemacht und bin gespannt, wie das funktioniert“, sagte er. Er fand schnell Gefallen daran, bekam unter anderem für die begehrte Uhr den Zuschlag. Auch Rainer Maaßen gehörte zu den Schnäppchenjägern. Er interessierte sich vor allem für Glasenuhren und Lampen, die sein Kaminzimmer zieren sollen. „Ich nenne es mein Kapitänszimmer, weil ich auch selbst segle“, erzählte der Schönberger. Ralf Sterklen aus Kiel suchte Buddelschiffe, doch die waren rar. Das höchste Gebot erzielte mit 180 Euro ein bleiverglastes Schiffsfenster aus dem 17. Jahrhundert, das der ehemaliger Besitzer mit einer handschriftlichen Beschreibung hinterlassen hatte. Sichtlich Spaß hatte auch der Auktionator, selbst langjähriger Marinesoldat. „Es ist für mich eine besondere Ehre, in dieser Halle zu arbeiten“, sagte er. Der Initiator dieser Aktion, Alexander Hub, freute sich über die riesige Resonanz. Nach fast sechs Stunden waren alle Gegenstände versteigert. Das Ergebnis könne sich sehen lassen, meinte er. Über das Sozialwerk werden Mitglieder der Marinekameradschaften und ihre Familien unterstützt, wenn sie in Not seien, auch Urlaubsaufenthalte würden im Bedarfsfall finanziert, erklärte Hub. Von Astrid Schmidt 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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