Bühne frei für Geschichten der Flucht

Theaterregisseur Joachim Rathke will mit einer Gruppe von Flüchtlingen ein Theaterstück auf die Bühne bringen. Bis Ende November können sich Interessenten melden. Foto Astrid Schmidt

 

LABOE. Seit zwei Jahren ist Joachim Rathke einer der aktiven Flüchtlingshelfer im Ostseebad Laboe. Der Theaterregisseur hatte im vergangenen Jahr die bis heute viel beachtete Ausstellung Gestrandet ins Leben gerufen. Er machte damit auf die vielen verschiedenen Schicksale von Flüchtlingen aufmerksam. Nun will er unter dem Arbeitstitel „Überlebende am Strand“ mit Flüchtlingen aus allen Generationen ein Theaterstück auf die Beine stellen. Gefördert wird das Projekt vom Bundesprogramm „500 Landinitiativen“. Bis Ende November soll die Truppe stehen, die Premiere ist für April 2018 geplant. Sieben Projekte im Kreis Plön werden aus dem Fördertopf bezuschusst. Eines davon ist das Laboer Theaterprojekt von Joachim Rathke. Die Idee entsprang aus der 2016 vorgestellten Wanderausstellung „Gestrandet“. Dabei wurde deutlich: Die Flucht als Erlebnis verbindet die Menschen zwar, aber „es gibt nicht den Flüchtling“, betont Rathke. Denn jeder geflüchtete Mensch habe sein individuelles Schicksal, seine eigenen Empfindungen aus diesem Erlebnis. Der Regisseur freut sich, dass sein Projekt zu einhundert Prozent gefördert wird und damit Maske, Kostüme, Beleuchtung und ähnliches als Voraussetzungen für ein Theaterstück gesichert sind. Nun hofft er auf noch mehr Resonanz aus Reihen von Flüchtlingen. Egal, ob aktuell aus Syrien, Eritrea, dem Iran oder nach dem Zweiten Weltkrieg aus Ostpreußen oder auch aus dem DDR-Regime zu Zeiten des Kalten Krieges. Der Laboer ermuntert ausdrücklich alle Generationen von Flüchtlingen, bei seinem Projekt mitzumachen: „Man muss nicht Theater spielen können, man braucht einfach nur Spaß daran, in dem Bewusstsein, irgendwann auch auf der Bühne zu stehen.“ Derzeit treffen sich erst vier Teilnehmer mit ihm jeden Mittwoch, 18 Uhr, im Freya- Frahm-Haus, zwölf sollen es werden. „Das ist sicher recht ambitioniert, aber schön wäre es“, meint Rathke. Eine Besonderheit: Das Stück hat zwar den Arbeitstitel „Überlebende am Strand“, doch die Handlung steht noch nicht, sie soll mit den Teilnehmern gemeinsam entwickelt werden. „Zurzeit schildert jeder seine Erlebnisse, die dann später in gespielte Szenen umgewandelt werden“, erklärt Rathke. Von Astrid Schmidt 

Kontakt: Joachim Rathke, Tel. 0172/8095191

Quelle: Kieler Nachrichten 

 

Zurück