Laboe sucht den Kurs für die Schwimmhalle

Die Bürger haben entschieden: Die Laboer Schwimmhalle bleibt für zwei Jahre geöffnet. Doch was tut die Gemeinde, um den Betrieb fortzuführen und wann sind Einsparungen durch verringerte Öffnungszeiten ein Verstoß gegen die Bindung des Bürgerentscheids?

Die Zuhörerreihen waren bis auf den letzten Platz gefüllt, als die Mitglieder des Werkausschusses in Laboe tagten. Denn der letzte Punkt auf der Tagesordnung lautete: Wie geht es weiter mit der Schwimmhalle? Der Bürgerentscheid hatte Ende September ein positives Votum für den Weiterbetrieb der Schwimmhalle ergeben. Wann es wirklich ein „Weiterbetrieb“ ist und ab welcher Einsparung die Gemeinde gegen die zweijährige Bindungsfrist des Bürgerentscheids verstößt, soll auf Anregung von Wilhelm Kuhn (SPD) ein Fachanwalt klären.  Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst informierte über eine Begehung mit dem Gesundheitsamt. So sollen die hygienischen und technischen Maßnahmen ermittelt werden, die für einen Weiterbetrieb der Schwimmhalle nötig sind. „Der Bericht dazu liegt noch nicht vor“, erklärte Mordhorst. Gespräche gebe es auch mit einem potenziellen Bademeister, auch im Kassenbereich suche man nun wieder Verstärkung. Es werde vom 25. November bis 26. Dezember eine „ganz normale Schließzeit“ geben, in der, wie bisher auch, Reparaturen und Instandhaltungsmaßnahmen erfolgen, kündigte die Bürgermeisterin an. Sie sammle jetzt Daten und Fakten, um den Betrieb des Hallenbads fortsetzen zu können. Ausschussvorsitzender Marc Wenzel übersetzte diese Information mit „Not-Operation“ und erinnerte die Ortspolitiker an den Bürgerwillen.  Die Frage, inwieweit weitere Sparmaßnahmen in Form von Kürzungen der Öffnungszeiten und Ähnlichem einen Verstoß der Gemeinde gegen die Bindung durch den Bürgerentscheid darstellen, warf Wilhelm Kuhn (SPD) auf. Er regte an, ein Fachanwalt möge klären, was genau „Weiterbetrieb“ heiße. Karin Biewald vom Förderverein fragte an, ob die Sauna wieder eröffnet werde, wenn sich ein Betreiber fände. Dies sei nicht geplant, antwortete die Bürgermeisterin. „Die Schließung zum 1. April ist Beschlusslage“, so Mordhorst. Auch die Frage nach einem erneuten runden Tisch mit den Bürgermeistern der Umlandgemeinden wurde mit Nein beantwortet. Dies sei zum jetzigen Zeitpunkt sinnlos. Hintergrund: Bisher hatten, wie berichtet, zwei der infrage kommenden 23 Gemeinden einen Beschluss über eine mögliche Beteiligung an einem Zweckverband zur Schwimmhallenversorgung in der Region gefasst. Die SPD-Fraktion forderte die Bürgermeisterin auf, an die Umlandgemeinden heranzutreten und eine Entscheidung anzumahnen. Davon riet Amtsdirektor Sönke Körber vehement ab. Dies sei Angelegenheit jeder einzelnen Gemeinde, es sei nicht sinnvoll, sich dort einzumischen. Man könne nur appellieren, und das werde derzeit ausreichend getan, betonte er.  Für die Mitglieder des Fördervereins Pro Schwimmhalle waren diese Aussagen „enttäuschend“, wie viele sagten. Die Gemeinde sitze das aus, so der Tenor. „Man sollte jetzt in den zwei Jahren versuchen, neue Angebote zu entwickeln, um zusätzliche Einnahmen zu generieren. Das nicht zu tun, ist Steuerverschwendung“, sagte Ina Burbank gegenüber dieser Zeitung.  

Foto: Astrid Schmidt

Quelle: Kieler Nachrichten 

 

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