Laboe will kein Land unter mehr

Die Entwässerungsprobleme im Unterdorf, wie hier im Wiesenweg 2012, sollen durch einen Entlastungskanal im Oberdorf gelöst werden. Fotos: Astrid Schmidt

Die Gemeinde Laboe plant seit vielen Jahren, ihre Oberflächen-Entwässerung zu optimieren. Seit den Starkregenfällen im Jahr 2002 gab es immer wieder massive Probleme im Unterdorf. Der Entlastungskanal, der bereits in verschiedenen Sitzungen diskutiert, beraten und immer wieder verändert worden war, erhielt nun in der Sitzung des Bauausschusses mehrheitlich grünes Licht. Die CDU-Vertreter stimmten gegen die Planung.  Rund 2,9 Millionen Euro soll der Entlastungskanal entlang des Oberdorfes in Richtung Professor-Munzer-Ring kosten, die Hälfte davon übernimmt der Abwasserzweckverband Kieler Förde-Ostufer. Doch damit ist die Maßnahme noch nicht am Ende, denn die bisherige Kostenschätzung reicht derzeit nur bis zur Einleitungsstelle in die Kieler Förde. Hinzu kommt den Erläuterungen zufolge noch die Länge der Rohrleitung in die Kieler Förde hinein. Arndt Hinz vom Ingenieurbüro Hinz in Mönkeberg betonte, dass die Rohrleitung so weit in die Förde reiche, dass das bisherige Problem der Versandung nicht mehr auftrete. Die Kosten dafür seien allerdings noch nicht genau beziffert, hieß es weiter.  Auf die Frage von Andrea Harrje (Grünen-Fraktion), ob und inwieweit die Rohrleitung in den küstenparallelen Sandtransport eingreife, sagte Hinz, diese Maßnahme werde mit Naturschutzfachleuten und Biologen abgesprochen. Eine Beeinflussung sei nicht zu befürchten.  Arndt Hinz erläuterte die Planung, die nun auch mit Blick in die Zukunft gerichtet sei, denn sie verbessere nicht nur den Bestand, sondern beziehe auch weiteres mögliches Wohnbebauungsland mit ein. Marc Wenzel (GAL) mahnte zur zügigen Beschlussfassung, damit endlich die provisorische Einleitstelle am Strand geschlossen werden könne. „Die Planung ist in sich schlüssig“, sagte er.  Auch die SPD drückte auf die Tube. „Es gibt keine Alternative, wir sind es allen Bürgern von Laboe schuldig“, sagte Dieter Rauschenbach (SPD). Die LWG begrüßte die Planung ebenfalls, die nun auch vier weitere Flächen (unter anderem Ostlandstraße und das Bauerwartungsland hinter der Kirche) mit einbeziehen soll. „Es wäre kurzsichtig, die Flächen nicht mit einzubeziehen“, sagte Beke Schöneich-Beyer. Hinz brachte es noch einmal auf den Punkt: Ohne den Entlastungskanal habe Laboe in allen Bereichen eine überlastete Vorflut und könne keine weiteren Wohnbauflächen anschließen – ausgenommen jene neu erschlossenen Flächen, die von vornherein über andere Leitungen entwässert werden, wie das Baugebiet Krützkog. Die Vertreter beschlossen nach langer Diskussion den Erschließungsvertrag für das Baugebiet. Ziel: Im Dezember soll der Satzungsbeschluss gefasst werden, ein Jahr später sollen die Hochbauarbeiten beginnen. Entstehen soll, wie berichtet, ein Wohngebiet mit rund 180 Wohneinheiten, 30 davon werden sozial gefördert.  

 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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