Der lange Weg zurück zum Glanzstück

Auch am Rumpf gibt es für (von links) Heinz Bisping, Jens Zywitza und den elfjährigen Pit noch viel zu tun. In zwei Jahren könnte das Segelboot wieder startklar sein für neue Törns auf der Ostsee. Fotos: Thomas Christiansen

Jeden Sonnabend wird im Schuppen des Vereins Ole Shippn gebastelt, geschliffen und gestrichen. Es sind immer nur wenige, die bei der aufwendigen Restaurierung des alten Folkebootes „Domino“ helfen. „Da zieht sich das natürlich“, sagt Takelmeister Detlef Bahr. Jüngster fleißiger Helfer ist Pit. Der Elfjährige hatte in diesem Jahr an einem der Segeltörns von Ole Shippn Laboe (OSL), dem Verein zur Förderung traditioneller Wasserfahrzeuge, für Laboer Schulkinder an Bord des Traditionsseglers „De Albertha“ teilgenommen. Das hatte ihm so gut gefallen, dass er jetzt im Verein aktiv wurde. „Ich habe schon geschliffen und lackiert“, erzählt Pit stolz. Gearbeitet wird meist bei offener Tür. „Das weckt großes Interesse“, freut sich Bahr. So ist auch Roland Hoja vor einiger Zeit spontan dazugekommen. „Mir muss man sagen, was ich machen soll“, meint er. „Lackieren“, hat ihm Wolf Brodbeck, zweiter Takelmeister des Vereins gesagt. In sieben Schichten, vor allem wegen des UV-Schutzes. Außerdem soll es am Ende „wieder schön glänzen“, betont Bahr. Brodbeck hilft Hoja heute beim Lackieren auf dem Dachboden des alten Rettungsschuppens am Laboer Hafen. „Hier ist guter Durchzug. So haben wir keine Probleme mit den Dämpfen. Heute ist es hier aber ein bisschen schattig“, meint Detlef Bahr auf dem zugigen Dachboden angesichts der kühlen Temperaturen. Unten im Schuppen steht das 1959 in Dänemark gebaute Folkeboot „Domino“, das ein Vereinsmitglied vor sieben Jahren zufällig in einer alten Lagerhalle in Neumünster entdeckt hatte, wo es vor sich hin rottete. Der Verein erwarb das Boot und begann 2012 mit der Restaurierung. Die knapp acht Meter lange „Domino“, die vier Schlafplätze an Bord hat, passt genau in den Schuppen, und „da kann man überall Hand anlegen, das ist gut handhabbar für unsere Truppe“, meint Detlef Bahr. „Wir haben alles ausgebaut und den alten Lack abgeschliffen“, erinnert er sich an den Beginn der Arbeiten. „Am schlimmsten war es, den unteren Teil, der unter Wasser war, abzuschmirgeln“, berichtet der Vereinsvorsitzende Jens Zywitza. Doch es ging und geht nicht nur um den Lack, sondern zum Beispiel auch um die Reparatur der Schäftungen und der gebrochenen Spanten sowie beschädigter Bodenwrangen und die Aufarbeitung von Ruderblatt und Ballastkiel. „Das Boot wiegt zwei Tonnen – allein eine Tonne der eiserne Ballastkiel“, erklärt Bahr. Der sorgt dafür, dass das Boot kaum umkippen kann. „Das ist ein gutmütiges Segelboot“, meint Bahr. Wenn die „Domino“ irgendwann fertig ist und auch wieder über ihren 10,75 Meter hohen Mast und über ihre 24 Quadratmeter Segelfläche verfügt, soll sie feierlich zu Wasser gelassen werden, kündigt Zywitza an. Wann das sein könnte? Er überlegt, dann sagt er: „In zwei Jahren.“  

 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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